Beiträge von Wanderer

Schon gewusst…?

Der Vegvísir (isländisch für Wegweiser) ist ein Symbol, das aus der isländischen Zaubertradition der Galdrastafir stammt. Als Symbol findet er sich mit einer konkreten Darstellung im Huld Manuskript aus dem 19. Jahrhundert. Dort heißt es: „Wenn jenes Symbol geführt wird, soll der Träger weder bei Sturm noch Wind verloren gehen, selbst wenn der vor ihm liegende Weg unbekannt ist“.

    Ja, im germanischen Heidentum, das eben völlig vernichtet wurde. Hätte es sich weiterentwickelt in Nachbarschaft zu anderen Religionen (nicht mal das Christentum an sich wäre da nötig gewesen), wären ganz selbstverständlich neue Elemente eingeflossen.


    Klar, aber die Starrheit, die dem Monotheismus eigen ist, wäre trotzdem nicht dazu gekommen. Auch eine Ethik der Selbstminderung wäre m.E. keine wahrscheinliche Entwicklung.
    Natürlich hat sich das Christentum in den Jahrhunderten verändert, aber die Grundzüge, und dazu gehört mMn auch die Ethik der Selbstverachtung, sind bis heute geblieben.


    Deshalb denke ich, dass jede Religion ihr spezifisches Wesen hat. Wäre dem nicht so und wären Religionen nichts anderes als ein Abklatsch der Kultur und der Zeitgeschichte, dann bräuchten wir z.B. auch kein Asatru-forum.


    Ich wollte dir nicht zu nahe treten!


    Das bist Du nicht.


    betrachte das Christentum und seine Entwicklung von außen als historische Ereignisse.


    Ich auch! Ich bin kein Christ, aber habe weiterhin Interesse an Religionen und alten Texten.
    Ich halte es aber im Gegensatz zu Dir, das, was Du als Manipulation bezeichnest, für eine natürliche Entwicklung. Es ist durch große Anzahl der Anhänger und der Strömungen bedingt. Man wollte das Ganze zusammenhalten, deshalb musste das eine bekräftigt, das andere verworfen werden. In jeder großen Religion, die über Jahrhunderte ihre Einheit behalten soll, gibt es Abspaltungen.

    Dieser Unterschied, den Du siehst, ist nicht wirklich gegeben.


    Hm, ich denke, teilweise schon, denn diese Seite der Selbstminderung und - erniedrigung hat des Heidentum einfach nicht. Die Forderung die andere Wange hinzuhalten und seine Feinde zu lieben ist so typisch christlich. Und flauschig ist es für mich überhaupt nicht, sondern ziemlich selbstzerstörerisch.


    Im Heidentum gibt es keine starre Ethik und schon gar nicht eine solche. Wenn man angegriffen wird, darf man den Angreifer z.B. gerne auch mit Gewalt unschädlich machen und dafür kriegt man die Hilfe der Götter. Im Heidentum gibt es auch kein Keuschheits- und Armutsideal u.Ä.


    Für mich ist es sehr befreiend, sagen zu dürfen: ich will etwas, weil es mir gut tut und das erwirke ich mit Hilfe der Götter. Das war mir im Christentum nicht möglich. Da musste man sich immer wieder zu diesen Forderungen der Selbstlosigkeit und Selbsterniedrigung irgendwie verhalten.

    Damit wird ihre Verlogenheit noch einmal bekräftigt.
    Die Häretiker vertraten aber nicht die Meinung vom Menschen im Himmel oder in der Hölle, wenn sich nicht strikt an ihre Vorgaben gehalten wurde. Dogmen hatten die nicht mal.
    Diese Panikmache um die Endzeitstimmung mit ihrem Weltuntergang, die wurde von den Häretikern so nicht geglaubt. Sie führten auf eine geistigen Ebene, die wohl auch die Erlösung in ihrer Religion glaubte, aber keine Panik schürte und Dogmenunterwerfung.


    Verlogenheit sehe ich hier nicht. Es war ein Prozess, da haben sich die einen durchgesetzt, die anderen nicht. Ich würde auch nicht sagen, dass die Häretiker alle ein tolles Christentum vertraten, dafür waren sie zu viele und zu heterogen in ihren Ansichten. Wenn ich mir die Konzilien so angucke, erscheinen mir die Lehren der Häretiker weder besser noch undogmatischer, sondern nur anders.


    Belegt ist schon das in der Bibel Textstellen gestrichen wurden, umgeschrieben, ganze Bücher rausgenommen wurden usw.
    Das es noch andere Schriften gibt, die nicht in dieser Bibel auftauchen, auch das ist historisch belegt, u. a. durch archäologische Funde und Untersuchungen, die Angaben auf Echtheit der Dokumente, wie dem Alter machen können.


    Ja, und? Nicht alle Schriften wurden kanonisiert. Z.T. zu Recht z.T. zu Unrecht. Jede lebendige Religion erfährt Veränderungen.


    sondern versuchen dir helfend sein zu können in deinem Anliegen.


    Danke, das ist nett von Dir, aber Du meinst sicherlich nicht mich, sondern den Freidenker. ;)

    die Häretiker/Manichäer standen von Beginn an in dem Christentum. Ihre Auslegung ist aber eine andere, einschließlich der Wiederkunft des Christus, die diese auf rein geistiger Ebene betrachteten.


    Aber das ändert nichts daran, dass Christentum vom Wesen her eine Erlösungsreligion ist. Und Häretiker hin oder her. Natürlich kann man sagen, dass das wahre und gute Christentum aufgrund der bösen Staatsreligion untergegangen sei. Es wird jedoch schwer sein, es im Einzelnen zu belegen, v.A. auch im Blick auf die Texte. Und ich meine auch die apokryphen Texte, die wie auch die in die Bibel aufgenommenen historisch betrachtet werden sollen.

    Das Grundproblem, das Angst macht und gleichzeitig Glaubensgewissheit generiert, ist immer wieder die nahe Wiederkunft Christi, seit Anfang an. Nur darum gehts.


    Ja, ganz genau so ist es!


    Und wenn man noch tiefer schauen mag: es ist der Erlösungswunsch, der nach einer Erlösungsreligion, also nach einer Heilsgewissheit u.Ä. verlangt. Das ist die grundlegende Weltanschauung: ist die Welt gut so wie sie ist oder oder macht mir die Welt Angst und ich will erlöst werden?


    Und die Wurzeln des Christentums liegen in Zeiten, wo man die Welt als ganz und gar nicht gut erlebt hat. Für die Jünger Jesu war sein Tod der Untergang ihrer ganzen Hoffnungen. Die Apokalypse des Johannes ist auch in Zeiten geschrieben, in denen die Christen verfolgt wurden, was natürlich zu einer Endzeitstimmung führte. Die Hoffnung angesichts des Weltuntergangs ist der Kernpunkt des Christentums. Die Großkirchen haben gelernt statt Weltuntergang Gefahr, schwere Lebenssituation ect. zu sagen. Die Freikirchen und Sekten bleiben aber gerne weiterhin beim Weltuntergang. Es ist aber immer noch der gemeinsame Kern da.


    Will sagen: wenn man mit einer solchen Weltsicht lebt "In der Welt habt ihr Angst", dann wird es ohne eine Erlösungsreligion schwer sein. Und Asatru ist keine Erlösungsreligion. Das ist die ganze Problematik m.E.


    Kann man diese Weltsicht ändern? Ich denke, ja. Nur muss es von innen kommen und es reicht nicht aus, mit Christentum oder einer seiner Strömungen unzufrieden zu sein.
    Für mich ist der Groschen gefallen, als ich sagen konnte: "Du Gott, der Du die Alleinverehrung beanspruchst und mir Magie verbietest, wovon willst Du mich eigentlich erlösen? Da ist nichts, wovon ich erlöst werden will, ergo trennen sich hier unsere Wege, denn ich habe Gefallen daran, mein Leben selbst zu lenken." Ohne diese Erfahrung wäre ich in einem modernen Christentum wohl besser aufgehoben gewesen.


    Ich denke eine Religion an sich ist weder gut noch schlecht, es zählt allein, was der Mensch geboten bekommen will. Und die einen können mit Erlösung was anfangen, die Anderen aber nicht (mehr).

    Was auch bedeutet, dass sich doch weitaus mehr Menschen damit befassen als allgemein angenommen wird.


    Ich wundere mich manchmal schon darüber, was alles plötzlich in den Filmen verwurstet wird an okkultem Wissen. Andererseits sind es immer Fragmente, die dann mit Effekten interessant gemacht werden.


    Auf der Ebene des Astralen?


    Manchmal, manchmal aber noch weiter. Ich weiß nur, dass wenn ein verbannter Hilfsgeist sich nicht finden lassen will, kann er sich so verstecken, dass auch jemand, der sich auf astralen Ebene bewegen kann, ihn nicht wahrnimmt. Mir ist es hier nicht möglich eine allgemeine Antwort zu geben, weil mein Wissen nur auf praktischen Beispielen beruht, die mir bekannt sind.

    Aber andererseits würde ich mich auch gerne beschützt fühlen.


    Wovor? Und wovor findest Du keinen Schutz bei den Göttern?


    und ich deshalb keine Angst vor der Zukunft haben muss.


    Wovor genau hast Du denn Angst?


    die christliche Heilsgewissheit


    Die Heilsgewissheit bezieht sich auf die Zeit nach dem Tod. Meistens zumindest. D.h. wenn Du Angst vor etwas hast, was während Deines Lebens eintritt, dann bietet Dir das Christentum überhaupt keine Heilsgewissheit. Im Gegenteil: sie erzählen, wie schlimm alles sein wird. Und dann sterben alle. Und erst nach dem Tod soll alles toll werden.
    Was genau ist tröstlich an dem Szenario? Ich finde - gar nichts!


    Die Götter helfen Dir im Leben, sie helfen, das Leben gut zu meistern.


    Also worum geht es Dir genau? Um das Leben oder um die Existenz nach dem Tod?
    Übrigens sind es ja die Christen, die sagen, man sei nach dem Tod irgendwie bedroht und heilsbedürftig.


    Du bist auf einen kleinen Kreis von Fundis neidisch.


    Die anderen halten das ähnlich, wenn auch nicht so krass. Vereinfacht gesagt heißt es immer noch: das Leben ist schlimm, aber nach dem Tod wird man von Gott entschädigt.

    Was denkst Du vernichtet der Phurba?
    Meines Wissens die seelische Komponente des Wesens.
    Das selbe,wenn man das besetzte Fadenkreuz unter Gebeten verbrennt....


    Auch hier würde ich sagen, dass es ums Verbannen nicht ums Vernichten geht. Wenn man den Träger vernichtet, verunmöglicht man dem Wesen auf physischer Ebene zu agieren. Das Wesen bleibt aber auf anderen Ebenen bestehen. Man kann sogar genau dieses Wesen wieder "erschaffen", indem man erneut den Träger herstellt.


    Elementale können aus allen Energiebewegungen entstehen. Aus Wünschen, Ängsten Gedanken, Gefühlen. Süchte sind z.B. solche Elementale oder auch die Gier nach etwas.


    Die Batterie klingt interessant. Es ist eine gute Möglichkeit, seine Elemantale zu kontrollieren und seine Energieen zu kanalisieren. Es ist eine Form der magischen Grundtechnik.

    Vielen Dank für Deine Ausführungen, Kendra!
    Für mich liest es sich sehr nach einem Elemental.


    Man schaffe eine Gestalt aus geeigneten Material.Dafür gibt es verschiedene Materialmischungen ,die kulturell verschieden sind.


    Es wird also eine Behausung oder ein materieller Träger geschaffen und wohnen soll dort ein Elemental.


    Und da es ein Teil des Aussübenen ist,wird es normal nach dem Auftrag vernichtet.


    Ein Elemental, das man steuern kann.


    Wenn man das versäumt,entwickelt das Erschaffene ein eigenes Bewußtsein.
    Und dann hat man einen erschaffenen Geist.


    Elementale neigen ja generell dazu, sich zu verselbstständigen. Aber ein solches Elemental ist kein helfender Geist. Der speist sich weiterhin aus der Energie seines Schöpfers und versucht, die Macht über ihn zu gewinnen, um sich die Energiequelle zu sichern. Denn sobald der Mensch aufhört das Elemental zu füttern, muss es sich einen neuen Wirt suchen.


    Ich kenne die Erschaffung (was m.E. keine ist) eines dienstbaren Geistes in Form eines Amulettes. Das Zeichen auf dem Amulett wird auf die gewünschten Eigenschaften und Ziele des Geistes programmiert. Ein solcher Geist hat sofort eigenes Bewusstsein, speist sich aber v.A. am Anfang von der Energie des Menschen. Man kann mit ihm kommunizieren und klären, ob er mit den Bedingungen einverstanden ist. Wenn ja, dann bleibt er, wenn nicht, dann wird der Träger wie auch in Deiner Beschreibung zerstört. Es wird vom Erschaffen gesprochen, aber ich habe da meine Zweifel. Die Wesen der feinstofflichen Welten nehmen unsere Intentionen wahr. Wenn man z.B. einen Verstorbenen ruft, gibt es nicht selten Versuche sich für ihn auszugeben. Sie wollen in der materiellen Welt agieren. Deshalb denke ich, dass sich da einfach Wesen melden, die den Job und die Bedingungen interessant finden. Auch ist der Aufwand des Erschaffens eigentlich zu gering für ein relativ mächtiges Wesen, das so vieles können muss.

    Wenn ich erschaffen schreibe,meine ich das auch so.
    Dort sind die lebenden Menschen Ahnen in Spe,und damit gottgleich,deshalb auch verantwortlich für die erschaffenen Wesen.


    Jetzt bin ich doch sehr interessiert. kannst Du sagen, wie dieses Erschaffen ungefähr funktioniert?


    Wenn man sich jetzt mal die Grimoire aus dem Spätmittelalter bis zur beginnenden Renaissance anschaut, dann hat der christliche Gott seinen Anhängern aber auch einige "magische Werkzeuge" mitgegeben für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten . Spontan fallen mir da jetzt z.B. die "Ringe Karls des Großen" ein, die "Gott durch einen Engel seinem Diener Papst Leo III. sandte, welcher diese Charlemagne übergeben sollte zum Schutz vor seinen Feinden.". Dann gäbe es noch das Siegel Jesu Christi, die Siegel der Erzengel, die Zeichen Mose, der Blutstillvers usw.


    Ich würde nicht sagen, dass es der christliche Gott war.
    Das Verrückte am Christentum ist gerade die Problematik, dass der christliche Gott Magie verurteilt (steht vielfach in der Bibel), die christliche Magie aber unter der Bedingung möglich ist, dass der Magier sich dem christlichen Gott nicht mit Haut und Haaren verschreibt. In diesem Fall können die Energien dieses Gottes tatsächlich für magische Zwecke genutzt werden. Sobald man aber sich verhält wie ein guter Christ sollte, entstehen Probleme. Sobald man nämlich anfängt, auf Gnade und Erlösung zu hoffen, muss man Magie unterlassen.


    Im Heidentum gehen Beziehungen zu den Göttern und Magie Hand in Hand. Man muss natürlich nicht Magie betreiben, aber sie steht nicht im Widerspruch zu dem Glauben.


    Mir ist das umgedrehte Pentagramm, dem Ursprung nach, auch als Abwehrzeichen gegen böse Geister bekannt.


    Ja, weil es verschiedene Traditionen gibt. Oft ist es aber so, dass man versuchte das Böse durch das Böse zu bannen. Es gab in der Architektur auch Fratzen an Decken und Wänden, sie sollten auch Böses fernhalten, obwohl sie anderswo für das Böse standen.


    Trotzdem würde mich interessieren, wie der durch dich erwähnte Murray, erklärt das der christliche Teufel ein heidnischer Gott ist!


    Margaret Alice Murray wollte den Hexen-Kult nachweisen. Der sollte älter sein als das Christentum und bis ins Mittelalter einen heidnischen Widerstand gegen das Christentum bilden. In diesem Kult sollte der gehörnte Gott verehrt worden sein, den die Christen dann als den Teufel denunzierten.
    Auch wenn diese These wissenschaftlich so nicht haltbar ist, ist die Frage interessant, woher der christliche Teufel Hörner und Hufen hat. Und da ist es tatsächlich nicht unwahrscheinlich, dass die Hörner und Hufen einen heidnischen Ursprung haben. Die heidnischen Götter wurden von der katholischen Kirche ja nach und nach dämonisiert.


    War es nicht so, dass Mephisto durch das Schutzeichen des Pentagramms durch die Tür eintreten konnte, weil die Spitze nicht ganz durchgezogen war? Und Mephisto den Raum des Faus aber nicht verlassen konnte, weil die beiden unteren Spitzen ihn nicht rausließen?


    Stimmt. Da hast Du recht. Da ist mir wohl eine Theateraufführung zu sehr Erinnerung geblieben. danke für die Richtigstellung.

    Im Voodoo wie auch in Australien werden Wesenheiten erschaffen,die Dienste verrichten sollen(müssen)....


    Einen dienstbaren Geist zu erschaffen ist auch in der europäischen Magie nichts neues. Ich würde aber eher sagen, dass der passende Geist gerufen und nicht erschaffen wird. Und wenn er nicht tut, was er soll, wird er zurückgeschickt, wo er hergekommen ist.


    Nur ist der Umgang mit verschiedenen Wesenheiten unterschiedlich. So ist ein solcher dienstbarer Geist das Eine und die Götter das Andere.


    Aber auch bei einem dienstbaren Geist ist es eine Partnerschaft zwischen dem Magier und diesem Geist. Diese Partnerschaft hat ihre eigenen Gesetze und beide Beteiligten profitieren davon.

    Darin fühle ich mich ganz ernsthaft Christen sehr viel näher als irgendwelchen Magiern.


    Das ist der grundlegende Unterschied zwischen Magie und Religion. Ich respektiere den Weg der Religionen, auch wenn ich ihn nicht mehr gehe.


    Ora et labora gilt im Kloster. Und arbeiten sollen die Mönche und die Nonnen nicht um ihre Ziele zu erreichen, sie dürfen nämlich gar keine haben außer Gott anzubeten. Arbeiten sollen sie, damit sie der Kirche nicht auf der Tasche liegen und sie am besten noch mitfinanzieren. Aber das ist hardcore Christentum. Außerhalb der Klostermauern ist es liberaler: bitten und warten. Das ist im Vergleich zum Kloster schon Fortschritt, weil man zumindest eigene Wünsche haben und um ihre Erfüllung bitten darf.


    Der nordischen Tradition fühle ich mich viel näher, weil Odin den Menschen Runen geben hat. Ein magisches Werkzeug. Sie sind Hilfe nicht nur um Weisheit zu erlangen, sondern auch eine Möglichkeit seinen Alltag zu verbessern.


    "Mit Göttern arbeiten" ist Original Wiccaton


    Ich spreche generell von der magischen Arbeit. Ich arbeite mit Kräften (=mit Einbeziehung der Kräfte). Ich habe diese Wortwahl nicht von Wicca, sondern aus der Magie. Und daher haben übrigens auch die Wicca ihre Wortwahl, weil sie ihre Religion in Anlehnung an ihr Verständnis von Magie erschaffen haben. Aber egal, dann werde ich mich halt erklären müssen. ;)

    Ein mächtiger Zauberer, der für einen WM-Sieg arbeitet? Wie geil ist das denn?!


    Die mächtigen waren schon immer selten und heute sind sie noch seltener, obwohl sich jeder fünfte so nennt.
    Und wenn einer sich so nennt, dann weiß man im Normalfall schnell Bescheid.
    Und wenn man sich manche Magiebücher anschaut, sieht man, dass der moderne Magier zwar wissen will, was die Welt im innersten zusammenhält, aber weder eine Warze besprechen noch Blut stoppen kann. Aber solange es mit der WM klappt... ;)

    die Wortwahl "arbeiten mit" in zusammenhang mit einem Geistwesen lässt ja diesen Schluss zu. Es sind ja auch noch andere Kreise die diese Ausdrucksweise verwenden. Und ich glaube nicht das es so funktioniert.


    Mag sein, dass das irgendwer so macht, aber ich nicht. Und ich weiß auch nicht, wie das gehen soll. Und zu der Wortwahl: wie soll ich es denn nennen, damit es für dich nicht respektlos den Göttern gegenüber erscheint?Ich nutze Magie, um etwas zu erreichen, dabei erbitte ich Hilfe von den Göttern. Ich orakle, ob sie mir dabei helfen und was sie dafür verlangen. Und meistens tun sie das. Von aufzwingen und Werkzeug kann hier keine Rede sein. Es ist eine Partnerschaft.


    Es ist nicht so wie im Christentum: bitten und warten, sondern fragen, handeln, Unterstützung bekommen, danken.
    Und Handeln ist Arbeit.


    Also nicht "ich mache meine Arbeit mit Unterstützung der Götter", sondern "ich erschaffe die göttlichen Kräfte in mir".


    Das ist so gar nicht meins. Damit könnte ich nicht arbeiten.


    Und mit Wicca kann ich im Übrigen auch sehr wenig anfangen.

    Doch, das besagt viel, da es eine eindeutige Definition hat als ein positives Zeichen, eben die verehrten Wundmale Christi.


    Schwache Argumentation. Das umgedrehte Kreuz war ausdrücklich antichristlich. Also völlig unwissend genutzt, da man nicht mal seine christliche Bedeutung kannte.


    Das Christliche ist nicht das Ursprüngliche, wie feinfühlig sie was übernommen haben, sei dahingestellt. Aber selbst wenn, warum darf ein Symbol nur in einer Tradition verwendet werden? Oder wenn ein Symbol anders genutzt wurde, darf man es nicht anders definieren?
    Ich bin mir nicht sicher, dass die Satanisten nicht wissen, was das Pertuskreuz ist. Es ist ihnen einfach egal. Sie nehmen das wichtigste christliche Symbol und stellen es auf den Kopf. So entsteht durch die Inversion für sie! das gewollte antichristliche Symbol.


    Es ist schwer zu sagen, wie stark das Symbol in jeweiligen Traditionen geworden ist. Es ist auch nicht wichtig, weil niemand beides praktiziert. Funktionieren tut es in beiden Traditionen.


    Was ist dann mit Symbolen, die mehrfach umdefiniert wurden, wozu auch das Pentagramm gehört? Muss man jetzt nach der ursprünglichen Bedeutung suchen und wenn man sie nicht findet, ist das Symbol kraftlos?


    Wenn ein Zeichen durch Dauergebrauch eine Menge Kraft in sich gesammelt hat, wie sinnvoll ist es, es entgegen seiner bisherigen Bedeutung zu nutzen?


    Es gibt nicht die eine Bedeutung, es gibt viele, die an Traditionen geknüpft sind. Und wenn ich in der magischen Arbeit an Traditionen anknüpfe, dann ist es ein zusätzliche Kraftquelle. Es muss nicht DIE ursprüngliche Tradition sein, es reicht eine, mit der ich arbeiten kann.


    Mißbrauch einer Kraft kann schlimme Rückwirkungen haben.


    Aber wann liegt denn ein Missbrauch vor? Von wem wurde das Pentagramm z.B. zuerst missbraucht?
    Probleme gibt es, wenn man in Traditionen hüpft. Wenn man z.B. christliche Magie betreibt und den lieben Gott anbetet und am nächsten Tag seine Attribute feierlich zerstört, um mit dem Teufel zu arbeiten. DAS gibt Probleme. Aber wenn man ein Symbol konsequent in einer Tradition oder Art und Weise nutzt, sehe ich keinen Missbrauch. Wie siehst Du das denn?


    Ich glaube einfach, dass niemand genau sagen kann, wie Rituale, wie wir sie heute verwenden durchgeführt wurden.


    Da gebe ich Dir absolut recht. Leider sind diese Rituale nicht überliefert und wir müssen irgendwo anfangen. Wenn man von alten und neuen Ritualen spricht, verstehe ich darunter nicht Asatru, weil uns doch keine alten Rituale vorliegen.

    Aber die Runen selbst stellen noch lange kein altes Ritual dar. Was wäre denn zum Beispiel so ein altes Ritual?

    Die Runen sind an sich alte Zeichen, die sehr oft zu magischen Zwecken verwendet wurden. Aber die Runen an sich sind noch kein Ritual. Die wenigen alten Rituale, die mir bekannt sind, stammen aus der russischen Dorfmagie und sind vermutlich ca. 200-300 Jahre alt. Ich kann diese Rituale nicht gut weitergeben, weil ich sie dafür übersetzen müsste und dabei wird viel verloren gehen. Was Handlungen angeht, ist da vieles mit Friedhöfen und/ oder Dämonen verbunden.


    Gibt es dafür eine historische Quelle?


    Dafür, dass das umgedrehte Pentagramm als Teufelszeichen gesehen wurde? Wohl gemerkt in magischen Kreisen. Mit historischen Quellen ist es wie immer schwierig. Ich erinnere mich z.B. an die literarische Assoziation im Faust "Das Pentagramma macht dir Pein?" Dann wird das Pentagramm umgedreht, was dem Teufel sofort gefällt. Und Du beschreibst es ja auch:

    Das Pentagramm, egal wie rum, galt als Symbol der fünf Wundmale Christi. Du findest es in alten Kirchen überall, in beiden Richtungen.


    Da ist es nur plausibel, dass da auch magische Traditionen anknüpfen, z.B. indem man das Zeichen umdreht.


    Die Nutzung in beide Richtungen in kirchlichen Kreisen sagt noch nicht viel aus. Man hat früher auch Fratzen als Schutzzeichen gegen böse Geister verwendet. Man hat sich da auch sowohl das Prinzip "ich banne das Böse durch das Gute" aufrechtes Pentagramm, als auch das Prinzip "Ich banne gleiches mit gleichem" zu nutze gemacht.


    Aber das Pentagramm ist älter als das Christentum.


    Das Petruskreuz - na und? Ein Zeichen kann in verschiedenen Traditionen unterschiedlich genutzt werden. Hier ist eine katholische Tradition, da eine magisch-satanistische. Kann man für beides nutzen, man sollte nur wissen, WAS man macht.

    Und dann hat man Cernunnos angerufen?


    Ich kenne diese Identifizierung v.A. aus dem heutigen Wicca. Cernunnos wurde zum Gott neben der Göttin. Es ist also neuzeitlich. Im Mittelalter galt das umgedrehte Pentagramm als Teufelszeichen, was laut Murray darauf hinweist, dass der christliche Teufel eigentlich ein heidnischer Gott ist.


    Woran unterscheiden sie sich zu neuen Ritualen oder die, die aus dem Selbst enstehen?


    Dadurch, dass sie abertausend mal wiederholt wurden. Es ist wie mit Kraftgegenständen - mit der Zeit werden sie immer stärker.

    Wenn ich die Möglichkeit habe, nutze ich die alten Rituale. Sie haben in sich schon eine Menge Kraft gesammelt, weil sie sehr oft praktiziert wurden. Aber solche Rituale sind Mangelware und man muss bei Bedarf neue entwickeln.