Beiträge von GermanHeretic

Schon gewusst…?

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    Nur weil du es nicht lesen kannst, heißt das das es dein Körper nicht lesen kann?


    Ja, genau das heißt es. Wenn man "du" mal durch die wissenschaftliche Forschung der gesamten Menschheit in den letzten 500 Jahren ersetzt. Sicherlich mag es eine bisher unbekannte Möglichkeiten geben, wie "der Körper" das liest, aber selbige einfach schwammig ohne Fakten anzunehmen (zumal andere Möglichkeiten mit wenigen und offenbar unschönen Fakten da sind) ist keine Erklärung, wie H. funktioniert. Das ist nur ein Wunsch oder eine Marketingmaßnahme, um sein gesegnetes Wasser noch besser verkaufen zu können.


    Zitat

    Es ist nur die Schokladenform, in die der Körper die Schoklade gießt [ACHTUNG METAHPER]. Der Körper wird angeregt den Stoff selbst zu produzieren.


    Flüssigkeiten haben keine Form, deshalb sind es Flüssigkeiten. Wie gesagt, finde die "Form" und beschreibe sie. Oder beschreibe sie und finde sie dann. Dann hat man eine Erklärung jenseits des Placebo-Effektes.

    Fakt ist, dass bei den hohen Potenzen nichts mehr von der Ausgangssubstanz vorhanden ist, sondern eben nur die "Information".


    Das erste ist Fakt, für das zweite (Informationsspeicherung) gibt es keinerlei Anzeichen. Was im Gegensatz zur Ausgangssubstanz natürlich nicht heißt, daß die nicht geben könnte.


    Zitat

    Nun ist es wohl schwer vorstellbar, wie diese "Information" aus der Substanz aussehen soll/kann. Ich stelle mir das ähnlich wie bei der DNA vor. Die enthält ja unter anderem auch Informationen zu vererbbaren Krankheiten.


    Um hier eine saubere Aussage treffen zu können, muß man erstmal wissen, wie die Informationsspeicherung real vonstatten gehen soll. Ein DNS-Molekül ist hochkomplex und hat eine Struktur, die Information steckt im inneren Aufbau. Wasser- und Alkohol-Moleküle haben einen zu einfachen Aufbau, um komplexe Informationen zu speichern, zumal eine Lösung diesen Aufbau ja nicht ändert. Also bleibt nur eine Struktur in der Flüssigkeit selbst, für die es keinerlei Hinweise gibt. Wie gesagt, Wasserstoffbrückenbindungen können informationsspeichernde Strukturen aufbauen, aber die sind nachweislich nur äußerst kurzlebig und reichen nicht für einen medizinischen Effekt. (Und Alkohol bildet weit schlechtere Wasserstoffbrückenbindungen als Wasser, was den chemischen Unterschied angeht.)

    Die These, daß Homöopathie über im Wasser hinterlassene Informationen wirke, geht ja schon lange um. Das Problem ist, daß bisher niemand in der Lage war zu erläutern, wie das genau ablaufen soll. Der aussichtsreichste Kandidat ist die Wasserstoffbrückenbindung. Die hält aber nachweislich nur im Schnitt 10^-4s, d.h. nach einer Millisekunde ist die Information völlig durcheinander bzw. weg. D.h. man muß das Zeug sehr schnell trinken, damit diese Information irgendwie im Körper ankommt.
    Die plausibelste Erklärung für die Wirkungsweise ist der Placebo-Effekt. Und der ist mächtig. Sehr mächtig.

    Oder glaubt ihr das die in Wallhall aufgerüstet haben?


    Keine Ahnung. Aber da der Rest der Welt aufgerüstet hat, halte ich es für ziemlich abwegig zu glauben, daß in Walhall oder zu Ragnarök tatsächlich mit Schwertern gekloppt wird (oder irgendeiner anderen Waffe im eigentlichen Sinne, aber für das Argument egal).
    Warum sollte das so sein? Nur, weil diese Geschichten niedergeschrieben worden sind, als Schwerter und Vergleichbares das Nonplusultra der Kriegstechnik waren? Was ist denn mit Kriegern, die so um 8000 v.Chr. nach Walhall kamen? Mußten die von Faustkeilen auf Schwerter umschulen? Dann geht auch von Schwert auf Muskete im 17. Jhd., auf Sturmgewehr heute, auf phasenkoordiniertes Plasmagewehr sonstwann.

    Man muss hier halt auch zwischen Religion und Glauben trennen. Auf eine Religion trifft wohl zu, was Sütterlin schrieb. Aber beim germanischen Heidentum kann man nun wirklich nicht von einer Religion sprechen, da weder ein inhaltlicher Konsens herrscht, noch irgendetwas festgeschrieben ist. Und "Überwachungsinstanzen" gibt es auch nicht.
    Es ist momentan schlichtweg "nur" ein Glaube, da jeder tun und lassen kann, was er will, sei es auch noch so abwegig.


    Hm, so gefällt mir das Vokabular überhaupt nicht. Ein Glaube ist etwas, das festgeschrieben ist. Glaubensbekenntnis, zu glaubende Wahrheiten, zu glaubende Texte ... Wenn jeder da seine eigenen Ansichten hat, ist es kein "Glaube".


    Eine Religion dagegen ist die Praktizierung der Riten, die Beachtung der Traditionen, die Einhaltung der Werte. Und da wir alle ziemlich ähnliche Rituale (Blot, Sumbel, diverse Weihen und Leiten), diesselbe Mythologie und auch grob dieselben Werte (9 Tugenden zB) haben, ist Asatru in dem Sinne auch eine Religion. Völlig egal, was der einzelne nun unter einem Gott versteht, sprich glaubt, wie der in realiter sei.


    Ich empfehle wie immer: Cicero, de natura deorum (Vom Wesen der Götter). Da wird herrlich über eben jenes Wesen der Hohen akademisch gestritten, da glaubt jeder was anderes. Aber daß man deshalb eine andere Religion hätte, auf den Bolzen kommt niemand. Man geht trotzdem zusammen in den Tempel, um jene zu ehren, egal wie oder was sie sind.


    Daß Religion irgendetwas mit einem Glauben zu tun hätte bzw. daß Glaube eine religiöse Tugend sei, ist für das Abendland eine christliche Erfindung, erstmals niedergeschrieben so grob im 4. Jahrhundert. Dieses ganze Glaubensgefasel stammt von den Sekten aus dem Nahen Osten - ich kann damit nichts anfangen.

    Oder verbucht ihr sowas eher unter Wunschdenken und Wahnvorstellung?


    Weder noch. Ich denke nicht, daß der Kollege Odin ist. Genaugenommen bin ich davon felsenfest überzeugt. Aber die Art, wie er agiert, setzt in Dir Bilder frei, die sich mit Deinem (und unser aller) Bild von Odin in Teilen decken. Der menschliche Geist erkennt gut und gerne jede Menge solcher Muster, ist halt evolutionär vorteilhaft.
    Vom spirituellen/religiösen her sollte man sich keinen Kopf darum machen, ob er nun ein inkarnierter Gott tatsächlich sei, ob es ein Wahn oder ein Wunsch wäre, sondern einfach mal darauf achten, was diese Bilder in einem selbst produzieren. Dabei lernt man etwas über sich sowie die Götter und findet seinen Platz in der Welt.
    Meine unbescheidene Meinung dazu.

    Könnt ihr mich bitte aufklären, inwieweit das alles fürs Asatru relevant ist?


    Weil sich da allgemeine Muster in Religion, Symbolismus und Mythologie abzeichnen. Das sind Beispiele, von denen man lernen kann. Ähnliches gibt es bei uns ja auch, und wer Prinzipien verstanden hat, der versteht auch seine eigene Religionsform besser.

    Verstoßung, Verfluchung und Scheidung als ätiologische Aufbereitung?


    Warum nicht? Vor einem Standesamt oder Richter werden die beiden mit einem Zettel in der Hand schon nicht gestanden haben. Aber die Hebräer haben aufgehört, an Aschtoret zu glauben bzw. sie überhaupt wahrzunehmen. Eine mythische Geschichte in eben dieser Form erscheint mir jetzt nicht so verwunderlich.


    Zitat

    In der Genesis steht doch: " Und Gott schuf die Welt"; vor dem babylonischen Exil hieß es jedoch: "Und die Götter schufen die Welt." Nennst Du das auch "ätiologische Aufbereitung"? Ich nenne es Fälschung!


    Ich nenne das eher unvorsichtiger Umgang mit einer fremden Sprache, soweit ich das als Nichtsprechender derselben beurteilen kann. In Gen 1 steht elohim, was der Plural von el (Gott) ist, aber - soweit ich von (hoffentlichen) Experten vernommen habe - im Hebräischen nicht unbedingt die Mehrzahl sondern auch ein Abstraktum bezeichnen kann. Dort steht daher vielleicht nicht "die Götter" sondern "das Göttliche". Zumindest kann das der Pan- und Monotheist so lesen, der Polytheist denkt natürlich gleich an mehrere Götter.
    Das Judentum hat sich im Laufe der zeit vom Polytheismus über einen Henotheismus zum Monotheismus verwandelt, ein paar Anklänge davon findet man im Alten Testament. Mag sein, daß diese Aspekte in der Niederschrift älterer Geschichten einfach übersehen wurden. Mag sein, daß die damalige Interpretation der Mythen andere Sichtweisen zuließen als heutige. Und möglicherweise wußten damals einige auch noch, was ein Mythos ist und wofür er da ist.

    Dem gegenüber hat der "eifrige Gott" des Alten Testaments seine eigene Ehefrau, Aschera, verstoßen, als Hure verflucht und sich von ihr scheiden lassen. Alles noch gar nicht so lange her, wie uns das "Buch der Bücher" vorgauckelt, sondern erst in der 'Babylonischen Gefangenschaft' so geschehen.


    Der jüdische Monotheismus kam erst im babylonischen Exil so richtig zur Entfaltung und Geltung, und da wurde dann alles niedergeschrieben. Die Abkehr von Aschtoret kam genau in diesem Zeitraum, die ätiologische Aufbereitung in eben diesem Buch ist daher vom Zeitrahmen her durchaus korrekt.


    Quidquid sit, salve Iove!

    Erschreckend wie einige "Heiden" hier der Meinung sind, dass die Edda ein Geschichtsbuch ist. Nichts als Fantasien, wo es doch die vielleicht wichtigste Grundlage ist auf dessen der Glaube beruht.
    An was glaubt man denn, wenn die Entstehungsgeschichte in der Edda nur eine Fantasie ist?


    Ich weiß schon, warum ich den Begriff "Glaube" nicht leiden kann.

    Wie stellt ihr euch das vor?


    Bei den ganzen Vorstellungen sollte man nie vergessen, daß wir hier von Mythologie reden. Die sollte man nicht allzu wörtlich nehmen. Das Bild von Walhalla, das in den Eddas entworfen wurde, entspricht den Vorstellungen der damaligen Zeit, wo Krieger tatsächlich noch Schilde und Schwerter in der Hand hatten und die Krieger eine Elite mit entsprechender Macht in ganz anderen gesellschaftlichen Verhältnissen darstellten. Sich darauf heutzutage zu stürzen und zu stützen, halte ich für ein wenig verfehlt. 1. hat man mit einer H&K schneller ein halbes Dutzend Wikinger umgelegt, als die überhaupt in Hiebreichweite kommen können, und 2. - viel wichtiger - denke ich nicht, daß man beim Weltuntergang tatsächlich mit einem Schwert in der Hand oder einem Kampfjet unterm Hintern oder einem Finger an der Nuklearwaffe kämpfen wird. Walhalla, Hel, Folkwang, Rans Reich etc. sind alles Symbole für ganz andere Dinge.
    Weiterhin darf man nicht vergessen, daß es damals keine so einheitliche Jenseitsvorstellung gab, wie man es heute durch die christlich gefärbte, kulturgeschichtliche Brille sehen mag. Diese dualistische Unterscheidung von Walhalla für die Krieger und Hel für alle anderen Deppen hat es so wohl nie gegeben und hat so einiges vom Himmel-Hölle-Mythos importiert.


    Zur Literatur siehe:
    Allgemein: Rudolf Simek; Götter und Kulte der Germanen; 2. Auflage; C.H. Beck; 2006
    Was Beda über die Jenseitsvorstellungen der Heiden berichtete: Charles Plummer (Hrsg.); Venerabilis Bedae opera historica I; Oxford; 1896

    "Legal" habe ich bewusst außen vor gelassen, da mich eure Auffassung interessiert, was in Bezug auf welche Gewalt "gerechtfertigt", also legitim ist.


    Ach, das sehe ich ganz einfach. Ich bin eigentlich gegen jede Form von Gewalt. Ich käme nie auf die Idee, jemandem von mir aus Gewalt anzutun oder anzudrohen, nur weil der nicht so will ich will. Andersherum habe ich keinerlei Skrupel, jedwede Gewalt anzuwenden, um Gewalt gegen mich oder die meinen abzuwehren. Das würde ich jetzt nicht "gewaltbereit" nennen, eher die innere Vorbereitung darauf, daß andere da draußen gewaltbereit sind.

    Selbstjustiz und Todesstrafe sind also legitime Mittel?[...]
    Ich gebe dir recht, wenn du sagst, ein Familienmitglied wird beispielsweise angegriffen, dass ich da auch reagieren würde, auch mit Gewalt (wobei auch hier das Maß entscheidend ist), allerdings sehe ich einen großen Unterschied zum Bedrohen, dort sind gewaltfreie Maßnahmen wesentlich sinnvoller und meiner Ansicht nach, die einzig legitimen.


    Selbstjustiz und Todesstrafe haben nichts, aber auch gar nichts mit Selbstverteidigung, Notwehr und Nothilfe zu tun. Bei "Gewalt" muß man beachten, daß die deutsche Sprache leider wenig Unterschied zwischen potestas und violentia macht, sodaß das schnell durcheinander geworfen wird. Wird man angegriffen, liegt ja bereits eine Rechtsverletzung vor, von der Staatsgewalt ist dabei selten aus rein logistischen Gründen etwas zu sehen. Also bleiben zwei Möglichkeiten - es über sich ergehen zu lassen oder sich zu wehren. Und wenn eine Rechtsverletzung per violentia angedroht wird, dann ist das Vorzeigen von potestas mit der Erklärung, daß die Rechtsverletzung nicht hingenommen wird und in entgegengesetzte violentia ausarten kann, durchaus legitim. Das "Maß" ist nur entscheidend dafür, ob unser Rechtssystem das Ganze dann später als legal deklarieren wird.

    Ich sehe jetzt nicht, was "andere Abstammung" an dem Umstand ändern soll, ob jemand ein Arschloch ist oder nicht. Weder in die eine noch die andere Richtung. Natürlich kann man in Deutschland die rassistische These, daß ein Deutscher alle Nichtdeutschen ausnahmslos für arme, nette und zu Unrecht gebeutelte Menschen halten muß, wunderbar nutzen.

    Hat jemand von euch Spartakus gesehen? DER ist schlecht! Hauptsache Männer in Lendenschürze gesteckt, Frauen oben ohne und möglichst oft "Schwanz" und so gesagt. Gemischt mit irgendwelchen möchtegern-heroischem Geschwurbel. Da regt sich aber auch keiner auf. Da ist Vikings echt gehobenes Niveau ;)


    Habe jetzt auch die ersten paar Folgen gesehen. Zw. Vikings und Spartacus kann ich jetzt keinen großen Unterschied feststellen. Die Bilder und die Aufmachung sind toll, die Schauspieler bekommen es ganz gut hin, die Handlung auf US-Soap-Niveau mit simplen Freund-Feind-Bildern und historisch so authentisch wie die Eieranmalfabrik der Osterhasen. Spartacus reicht immerhin für einen ordentlichen Softporno, die Wikinger bekommen gerade mal eine Einladung zum Swinger-Club hin. Hätte man besser machen können.

    Den Film habe ich nicht gesehen, aber ein paar Anmerkungen:
    1. Der Kopp-Verlag ist ein Sammelsurium aller möglichen abstrusen Verschwörungstheorien. Ganz lustig, aber mit dem Ernstnehmen sollte man da vorsichtig sein.
    2. Es gibt in der Tat gnostische & dualistsiche Ansichten, daß der Schöpfer der Welt, der Demiurg, böse sei, der gute Gott dagegen damit nichts zu hatte und "nur" den Menschen den Geist oder den göttlichen Funken gab. Ob und wie und wo das in dem Film rüberkommt, keine Ahnung, wie gesagt, nicht gesehen, aber ich würde das bei einem Hollywood-Schinken mit hochgradig christlicher potentieller Kundschaft doch bezweifeln.
    3. Die Geschichte ist ein Mythos, kein Tatsachenbericht.
    4. "Gegendarstellung" ist ein etwas hartes Wort fürs heidnische Schulterzucken, das mich bei Göttern überkommt, die angeblich allmächtig sind, aber keine gescheite Welt zusammengeschöpft bekommen, die sie dann vernichten statt verbessern oder bewahren wollen.