Beiträge von Hrodgar

Schon gewusst…?

Der Firno Situ

Der Firno Situ ist die alt-alemannische Lehnübersetzung des altnordischen Begriffs Forn Siðr und ist dementsprechend eine Form des germanischen Neuheidentums mit einem Schwerpunkt auf den historischen suebisch-alamannischen Regionen. Er stützt sich auf die Überlieferungen und archäologischen Funde dieses Raumes sowie auf das dort noch heute lebendige Volksbrauchtum. Der althochdeutsche Begriff der Firni Situ mit einem allgemeinen Fokus auf den elbgermanischen Regionen ist als eng verwandt anzusehen. Die Gottheiten wie Wodan, Ziu, Donar, Volla und Frija Hulda werden unter ihren althochdeutschen bzw. alemannischen Namen verehrt. Die wichtigsten Rituale sind Pluoz, Sumbal und Chuofa.

    ich denke wir verstehen was wir verstehen wollen...ich finde in Odin eher die Wurzeln zum Schamanismus ebenso bei Freya...100%ig ist nichts zu rekonstruieren wenn man auf die Archäologie schaut... wie soll es möglich sein ein spirituelles Verständnis der damaligen Zeit zu rekonstruieren. Der einzige weg ist meiner Meinung nach die "Innenschau"...und da sind wir wieder näher am Schamanen seiner Arbeit als beim Kriegsherren...


    Genau darum geht es mir ja.
    Die Hinwendungen zu den Hohen war immer in erster Linie Erfahrung aus Beobachtung, Tat und Wirkung.
    In der Vergangenheit haben hunderte Autoren mal dieses mal jenes Bild der Germanen gezeichnet, oft von eigener Sehnsucht geführt, und manchmal vom Zeit-un-geist verführt.


    Die Ahnen haben - auch das ist Vermutung, aber plausibel - sicher nicht geforscht, wie man 2000 Jahren vor ihnen die Götter verstanden hat. Sie haben beobachtet, geopfert, erlebt.


    Ich habe einen Ansatz vorgebracht, der zum Verstehen beitragen KANN. Eine Überlegung, nicht mehr. Kann man annehmen, muss man nicht.
    Sich den blut-und-boden-Interpretationen von rasenden Wüterich und Kriegsgott hinzugeben, nur weil einige Autoren das so sehen, halte ich für zu kurz gesprungen. Auch diese sind von Neuzeitchristen erdacht und lediglich mit einer ethymologischen begründet, die aber nicht hinreichend ist, solange man nicht die Bedeutungsfelder der Bezugworte in der ethymologischen Entstehungszeit erarbeitet. Eben richtig historisch-kritische Methode. Ha reicht es nicht, zu sagen, daß "Wodan" mit "Wut" zu tun hat. Man muß wissen: Wann fand die Abspaltung des Wortes statt? Wie wurde damals das Wort "Wut" gebraucht? Wie war es konnotiert?
    Wer's nicht glaubt, der nehme mal das "Dirndl": Das wort stammt von "Dirne" = Prostituierte. Ist das also Straßenstrichkleidung?
    Nun, zur Zeit der Abspaltung des Wortes bedeutete "Dirne" eben nur "Junge Frau".
    Dies ist also eine Kleidung für junge Frauen. Offensichtlich.
    So, also, wenn Ethymologie, dann richtig hermeneutisch.
    Ansonsten: Erfahrungsansatz... dann wird es mystisch.

    [OT]
    @Ullers Schneeschuh
    So, wir haben bis hier jetzt etwas diskutiert, oder uns ausgetauscht oder wie auch immer man das nennen darf.


    Mir gefällt der Ton nicht, mein Ton gefällt mir nicht. Wir hatten bislang einen besseren Austausch.
    Ich bin in der Letzten Zeit aus privaten Umständen heraus sehr kurz, belastet ud dünnhäutig.
    Um ehrlich zu sein: Ich habe bis hierher noch nicht verstanden, was Du eigentlich meinst.
    Ich habe aber nicht die Reserven, die Kraft, mich hineinzuarbeiten.
    Vielleicht kannst Du es nochmal erläutern, konkret machen. Ich kann es gerade nicht.
    Ich weiß nur, daß dieser Ton eskalieren kann und nicht soll.
    Ich möchte Dich hiermit in derselben Runde um Nachsicht ersuchen, in der ich Dir so "frech" rüberkam.
    Heil Dir.
    Insofern: Einen gaaaanz lieben Gruß aus dem Taunus.
    Hrodgar
    [/OT]

    Das ist der erste Schritt in die Philosophie und die führt letztlich dazu, dass man bereit ist, das heidnische Leben gegen eine andere Religion zu tauschen.

    Wie begründest Du diese Aussage? Was denkst Du denn, woher die ganzen Geschichtchen stammen, die wir uns hier so erzählen? Walhalla-Online? Folkewang Today? Das habe sich die Altvorderen ausgedacht. Punkt. da ist null Offenbarung. Bilder sind das. Mehr nicht. aber eben Bilder von jahrtausendelanger Erfahrung. Rundgeschliffen im Strom der Völkerwanderungen. So sind die Dinger entstanden.
    Odin, Wodan, Wotan, Uoden... Wortspielereien, mehr nicht. Nur ist Allvater cool genug, zu verstehen, wenn er gemeint ist. aber ob die in Walhalla oder wo auch immer sich mit diesen Namen anreden, ist fraglich.
    Ist halt Glück, daß die Hohen unsere Sprache besser verstehen als wir sie.


    Nochwas: Wo grenzt Du denn Philosophie von Religion ab? Ist spannend. aber unser Glaube hat eben mehr von Philosophie als dir lieb ist: er ist eine deutende Betrachtung der Gegebenheiten in der Natur, er schafft ein Modell der zugrundeliegenden Zusammenhänge, postuliert ein Heilsmodell und erarbeitet allgemeinde Handlungsempfehlungen, um die im Heilsmodell postulierten Ziele zu erreichen. Genau wie Marx oder Kant. Auch Aristoteles oder Platon haben das gemacht. Die waren übrigens Heiden. tse.



    Du hast deinen Ansatz Dominanz Vater gegenüber Sohn

    Wo schreibe ich von "Dominanz"? Was hast Du für ein Vaterbild? Eher wilhelminische Epoche, oder? Also ich bin an der Seite eines anderen Vaters aufgewachsen... Und das aus MEINEN Worten herauszulesen? Nun ja... Vielleicht hast Du da ja andere Erfahrungen gemacht.

    Mach das mal umgekehrt, opfere den Göttern und pass dann deine Sicht deinen Erfahrungen an, die Du dann machst.

    SO lebe ich, aber danke, daß Du das für Wert erachtest.

    Aber nicht der starke Vater, der eins drauf gibt, wenn ein Sohn die Grenzen überschreitet.

    Nochmals die Frage: Woher nimmst Du diese Idee? von mir kann sie nicht stammen.

    Der, der nichts gibt an Gütern, aber der einen vor die Tür setzt, damit man lernt, seinen Job im Leben zu bewältigen, ich seh ihn als den rauhe Fürsorger für ein rauhes Leben.

    Joh! So ein Vaterbild sehe ich vor mir...
    Dazu mommt aber noch der Ratgeber. Und bevor du jetzt wieder blutunterlaufene Augen bekommst: Ich meine nicht "der Besserwisser-Übervater". Bis heute - ich bin 52 - berate ich mich mit meiner Mutter über wichtige Dinge. Mein Vater ist schon bei den Ahnen. Und immer weiß ich die größere Abgeklärtheit der Eltern zu schätzen.

    Nein, Du reihst nur weiter Allgemeinplatz an Allgemeinplatz.

    Ok. da kann ich jetzt mit leben.


    Stelle vielleicht mal eine konkrete Frage, statt immer nur "ist mir micht genug" zu sagen.


    Ich glaube, wir gehen von sehr unterschiedlichen Betrachtungsweisen an die Sache ran. Laß Dich einfach nicht beirren. Du kannst sicher auch ohne meine Gedanken leben.


    Eines noch: Ich halte die Überlieferungen darüber, wie die Götter miteinander interagieren, nicht für eine exakte Wiedergabe im Sinne von "so, und nicht anders, hat es sich zugetragen!".
    Ich gehe davon aus, daß es bildhafte Darstellungen dessen sind, wie die Menschen durch die Beobachtung der Natur und des eigenen Lebens die Kräfte der Natur wahrgenommen haben.
    Ob Götter einander zeugen und gebären können, weiß ich nicht. Und ob Wodan einen Donar gezeugt hat, ist mir unbekannt. Ehrlich: Es ist mir auch egal.
    Es gibt Kräfte in der Natur, denen die Menschen sprechende Namen zugeordnet haben. Zunächsteinmal ist das nötig, um über diese Erkenntnisse überhaupt reden zu können.
    Die konkreten Interaktionen haben sich Menschen ausgedacht. Wer was anderes braucht, ist beim Islam bestens bedient. Da gibt es ein Buch, in dem steht was, und das hast du als Wahr anzunehmen oder... Kopf ab.
    Hier ist es anders: Lieder, Dichtung, Poesie... um etwas zu beschreiben, das sich eben (fast) nie so richtig persönlich vorstellen kommt.
    Historisch-Kritisch betrachtet stelle ich mir dann so Fragen wie: " Was hat die Leute damals bewegt, dem Donar zu unterstellen, er sei der Knirps von Wodan?". Was ist "Vaterschaft" damals? Was "Sohnschaft"? Ja, Schneeschuh, wieder nur Allgemeinplätze. Ich habe mich von dem Wahn gelöst, heute noch eine Antwort erstellen zu können, die Dir "Konkret genug" vorkommt. Liegt wohl, wie gesagt daran, daß Du nicht schreibst, was Deine eigentliche Frage ist. Erinnert mich an einen Lehrer: Der hat immer nur gesagt, meine Antwort wäre falsch, konnte aber nie sagen, was daran falsch war. Bist Du Lehrer? egal, jetzt.
    Zurück zum Thema: Ich nehme also wahr, daß die Leute damals Wert darauf gelegt haben, daß es solche Beziehungen unter den agierenden Kräften der Natur gibt. Sie haben Wert darauf gelegt, daß diese Kräfte nicht "irgendwie" agieren, sondern daß die Welt nur funktioniert, wenn sie im Verbund agieren. Und das den Menschen geläufige Modell eines solchen Verbundes war die Familie und die Dorfgemeinschaft, der Thingbezirk. Da gehen die Hohen dann halt zu den Richterstühlen und halten Rat.
    In anderen primären Religionen ist das so ähnlich. In einem Psalm steht Jahweh inmitten der Götter und hält Rat. auch gut. Menschen schreiben so.
    Also: Was hat damals die Familie ausgemacht? Hat der Filius sich über Papa erheben dürfen? hmmm. Und hatte der Alte auf dem Hof nicht irgendwie die Fäden in der Hand?
    Dann kommen wir dazu, daß es eine Aussage gibt, wenn die Leute schreiben, daß die Welt nur rund läuft mit einem wissenshungrigen augenopfernden Papagott, der eben der Boss auf dem Hof ist. Nun ja, so wie man "Boss-sein" damals verstanden hat. War wohl anders als "Der Staat, das bin ich!".
    Die Menschen haben uns diese Erkenntnis leider nur in Rätseln überliefert. Eben in Bildern und Allgemeinplätzen. Und die gilt es, zu ergründen, zu verstehen. Ein langer hermeneutischer Weg. Wer möchte, kann ja seine Gedanken dazu einbringen.


    Lieber Gruß
    Hrodgar

    So, wie Du es sagst, ist es erst mal eine Binsenweisheit, ich brauch keine Religion, um die Störungen in der Gesellschaft zu erkennen.

    Wenn es eine Binsenweisheit wäre, gäbe es nicht so viel Haß und Streit in dieser Welt.
    Und wenn diese Erkenntnis dazu führen würde, daß es wenig Streit und Hass gibt, dann hätte es sich die Stelung als Religion redlich verdient.

    Wenn ich zu deinem ersten Bild zurückkehre, der Alte, der den Jungen führt, was mach ich damit? Autorität ist nicht gefragt, und vor allem sind Alte, die den Job gern übernehmen, Mangelware.

    Es geht nicht um Führen sondern um Verpflichtetsein.
    Es geht darum, daß Wodan die Weisheit(skraft) ist. Und daß die Weisheit und das Wissen immer über der schieren Kraft stehen muß. Dieses Verhältnis von "Übergeordnet" haben die Alten in dieses Bild gekleidet, daß Donar eben nicht "der Oberste" ist, sondern "seinem Vater" Wodan verpflichtet ist.
    Was soll ich da noch konkreter werden? Bringst Du Deinen Kindern nicht auch bei, zunächst nachzudenken und dann erst zuzuschlagen oder rumzuvögeln? (Kraft und Fruchtbarkeit...)
    Sorry, aber in unserer Zeit geht das eben andersrum: Alles wird getan, was man tun kann. Die Eigene Schaffenskraft berauscht die Menschheit dermaßen, daß sie sich über die Frage, welcher Fortschritt denn "weise" ist, einen Dreck schert.
    Noch konkreter? Die Kunder fangen imer früher an zu vögeln und können immer später für sich selber sorgen... Weise? Nun ja... ich glaube Wodan kotzt ins Methorn, wenn er das sieht. Konkret genug?

    Was mache ich mit anderen Kulturen innerhalb Deutschlands, die ihre Kinder gezielt aufhetzen gegen uns? Auf die haben wir keinen Einfluss, u.a. auch deshalb, weil die Gesellschaft die väterliche Rolle ihrerselbst hier vollständig ablehnt.

    Zeigt auch, daß Wodan zu verdrängen und sich von den eigenen Möglichkeiten und der eigenen Macht berauschen zu lassen, ziemlich bescheuert ist.
    Am Ende wird Tyr wieder ausputzen müssen... Die Soldaten müssen immer ausputzen, was die Politiker verkacken. Konkret genug? Binsenweisheit? Sag das mal den Sonderiern in Berlin. Denen fehlt eben die Erkenntnis, daß Wodans Weisheit wichtig ist.

    Dann tu mal Butter bei die Fische und erklär konkret, was Du meinst und wechsel nicht einfach nur die Bilder hin und her.

    Konkret genug?
    Nochwas: Für die Altvorderen war das Heidentum keine "religion" als eigener Denkbereich, sondern Altagswissen, Lebensprinzip, eben Heilsprinzip. Die Trennung von Religion und Alltag ist ... bescheuert... irgendwie.
    Diese "Binsenweisheiten" sollten unser Leben viel mehr bestimmen. Nun ja...

    Ja, eben, er hat Familie. Damit kann er nicht der ungestüme Jungspund sein, genau das wollte ich damit sagen.

    eben. Sag ich doch. Donar hat einen Beziehungsverbund, wodurch er erst zu dem Heilsbringenden Gott wird. Aber ohne diesen Verbund, was wären die Donarkräfte dann? Unberechenbar und gefährlich.
    Diese ganzen zusammenhänge haben unsere Ahnen aus der Natur erkannt und ich die Mythen und Legenden gefasst. Darum geht es mir. Was lerne ich daraus? Was sollten wir als Gesellschaft daraus lernen? Ich denke, wenn wir Heilung für unsere zerstrittene Gesellschaft suchen, dann sollten wir bei diesen Zusammenhängen anfangen.

    "prinzip": Ein grundlegender Zusammenhang. Beispielsweise das Hebelgesetz.
    "Heilsprinzip": Ein grunlegender Zusammenhang, wie Heil in einer Gemeinschaft zustandekommt oder zerstört wird.
    Im konkreten Fall: Donars ungestüme Kraft, ohne Weisheit eingesetzt, bringt sehr leicht Leid. Deswegen bin ich auch froh, Frigg an seiner Seite zu sehen. Und Wodan als seinen Vater. In diesem Zusammenspiel, aus Weisheit, Wissen, Mütterlichkeit und Familiensinn entsteht doch das meiste Wohlergehen, das größte Heil aus Donars Kraft.


    Vielleicht etwas flapsig gesagt: wer schonmal Kraft- und fruchtbarkeitsstrotzende junge männer erlebt hat, die weder dur weise Väter noch durch Frauen gelenkt werden, der ahnt, was ich meine..

    Nun ja, es ist so eine Vater-Sohn-Kiste.
    Unsere Altvorderen haben erkannt und in ihre Legenden Geschrieben, daß die Kraft der Fruchtbarkeit und der Zerstörung (Donar, Thor) "Sohn des" Trägers von Wissen, Weisheit und Heilung (Wodan, Odin) ist. Sie haben es damit als heilige Ordnung verstanden, als Heilsprinzip, daß Donars Kräfte dem Heil, der Heilung, dem Wissen und der Weisheit nachgeordnet und damit zur Treue verpflichtet sind.


    Ist nichts großes, nur eine Beobachtung....

    Dieser Thread ist /war nicht dafür gedacht das Leid zu feieren sondern um sachlich zu debattieren,
    ob es möglich war die Folter zu überleben.
    Vom rein historischen kann man die Fakten nicht vom Tisch wischen.

    Ja, schon klar. Derlei Diskussionen kann man führen. Mache ich auch.
    Es ging mir um die von mir als reißerisch wahrgenommene Diktion in einigen Beiträgen. Ich wollte hier nur nochmal aufzeigen, wie das auf mich wirkt. Mehr nicht.
    Ich sehe es wie Du: Mit der wissenschaftlichen Distanz und Nüchternheit kann man (vllt muß man auch) sich über alles Unterhalten. Das Gutmenschentabu lehe ich ebenso ab, wie Du.

    Bitte macht für Eisriesen/Drama und Co ein eigenes Thema auf!

    Ich glaube nicht, daß Drama und Co etwas ist, wobei ich mich beteiligen möchte. :/


    @TaJu7: Gerne, aber an anderer Stelle. Ich möchte nicht dieses Thema kapern. ;-)



    Lieber Gruß
    Hrodgar

    Genau das spiegelt unsere menschliche Natur wieder. Andere Menschen oder Lebewesen unterdrücken,
    zerstören, brechen und Vernichten muss in unser Gedächtnis "gebrannt" werden. Darin sind wir gut und klopfen uns nach begangener Tat auf die Schulter. Dem Wissen um Heilung dagegen (z.B.) wurde anscheinend nicht so viel Beachtung geschenkt.

    Tja, so ist das, scheint es.
    Es ist aber meines erachtens ist das nur ein Teil der Wahrheit. Der andere fällt mir im Rhein Main Gebiet auf der Straße auf: Daß die Menschen in den letzten Jahren immer achtsamer im Straßenverkehr miteinander sind.
    Gerade wir Heiden sollten es doch wissen: Die Kraft der fruchtbarkeit und die Kraft der Zerstörung liegen sooo dicht beisammen. Glücklicherweise hält Wodan seine Hand auf dem Donar, mit seinem Ungestüm.


    Warum sollten wir denn unbedingt daran teilnehmen, uns am Leidzufügen zu ergötzen?
    Hinrichtungen gehören zum Unheil. Ich verstehe, daß man in früheren Gesellschaften manche bösartige Mitmenschen neutralisieren musste. Aber heute haben wir dank Krupp und seinem Stahl solches nicht mehr nötig.


    Nun ja: Ich meine, irgenwo gelesen zu haben, daß sog. Hinrichtungen, also eher Tötungen aus dem Grunde des Gemeinschaftsschutzes, von Priestern vorgenommen wurden.
    Warum nun Priester? Ich denke, weil ein Leben zu nehmen immer als eine Heikle Sache angesehen wurde.


    Nein, Freunde, ich kann diesen Hinrichtungsmethoden nichts abgewinnen. Und müsste ich entscheiden, wie jemand, der zur allgemeinen Gefahr geworden ist, zu töten sei und es wirklich keine andere Wahl gäbe, dann würde ich Lachgas wählen und ihn im Gefühl der Euphorie einschlafen lassen.
    Alles andere würde bedeuten, daß ich der Kraft der Eisriesen Platz in meinem Herzen gegeben habe. Hass braucht keiner. Auch ein germanischer Heide nicht.
    Wisst Ihr, ich habe so viel Leid in meinem Leben gesehen. Ich habe so viel Hass gesehen. Ich finde es einfach ... es reicht.
    Bei Regís Boyer habe ich gelesen, daß die Wikinger einen Brauch hatten, daß einer, der jemanden unrecht getötet hatte, dazu verurteilt werden konnte, im Haushalt des Opfers dessen Arbeitskraft durch eigene Arbeit zu ersetzen. Nun ja... eine Kugel im Kopf wäre leichert zu ertragen, aber weniger heilvoll für die Gemeinschaft.


    Ich weiß, ich bin hier voll der Spoiler.
    Aber... Leute... wir sind HEIDEN, Den Göttern verbunden. Unser Job ist es nicht, Unheil zu feiern. Unser Teil in der Welt sollte Heil sein.


    Warum schreibe ich das? Vielleicht weil... Nein, ist zu persönlich... aber...
    Lieber Gruß
    Hrodgar

    ...und einen Esel, der Gold scheißt, um das alles zu finanzieren und zu erhalten....

    Zum erhalten und Finanzieren hat man doch das Gesinde, die Leibeigenen, die schuften und dann krepieren.


    Ich träume eher von einem Langhaus. Mit moderner Ausstattung. Einfach, aber solide. Kein Schnickschnack. Aber eben eine Symbiose aus Alt und Neu. Aus Tradition und Moderne. gebaut aus nachwachsenden Rohstoffen... Beheizt mit Holz. eben cool.

    Also stören Dich die Zustände in den Gefängnissen. Dann sollte auch dort die Lösung gesucht werden.

    Machen wir versuchten Selbstmördern auch ein "Angebot" zur Therapie?


    Und wenn es nicht um Sühne geht, sondern um den Schutz der Gemeinschaft, dann macht es plötzlich Sinn. Übrigens urgermanisch, wie die Todesstrafe.
    Ärzte haben Zugriff auf viele Präparate und das ist gut so. Und die Pharmalobby ist viel zu mächtig, dass steht außer Frage. Auch dass die Spiritualität viel zu selten zur Heilung eingesetzt wird, ist korrekt. Aber Drogen als Genussmittel...

    Schutz der Gemeinschaft ist nicht "Strafe", sondern eben "Schutz". Es hat mehr von "Notwehr".
    Eine Strafe ist ein angedrohtes Übel für den Fall, daß erwünschtes Verhalten verweigert oder unerwünschtes begangen wird.
    Sie appelltiert also an die Angst vor dem Übel und will damit etwas erzwingen.


    Schutz hingegen will bestimmtes, als Bedrohung identifiziertes Verhalten verunmöglichen.
    Das dem Bedrohenden zugefügte Übel wird billigend in Kauf genommen, aber ist nicht Ziel der Aktion, sondern unvermeidliche Nebenwirkung.


    Aber das ist hier nur ein Randthema, ich will das nicht an dieser Stelle zu weit ausdehnen.


    Das wird ein Zweiteiler.


    1. Es ging @Hrodgar um die "Strafe" für sich, wie ich ihn verstanden habe. Hier widerspreche ich eben, da Strafen zum Schutz der Gemeinschaft wichtig sind.

    siehe Oben.

    Strafen sind keine Hilfen, sondern Teil des Problems.

    Nun, ich stehe als germanischer Heide der "Strafe" ohnehin sehr distanziert gegenüber: Ein Unheil wird nicht gesühnt, indem ich ein weiteres Unheil mir ausdenke und es dem Täter zufüge.
    Aber:
    Eine Konsequenz ist beispeilsweise, daß jemandem, der solche Drogen wie THC oder Heroin oder Codein (um mal ein Medikament mit unter die Liste zu nehmen) mißbraucht, die Zuverlässigkeit für bestimmte Tätigkeiten abzuerkennen, die einen "gesunden" Geist brauchen.
    Welchen Umfang das annehemen muß, müssen Fachleute (keine Politiker!) klären.
    Autofahren, das Führen bestimmter Maschinen, bestimmte Berufe oder auch Waffenbesitz gehören auf jeden Fall hierbei bedacht.
    Auch die Definition des "Mißbrauchs" muß wissenschaftlich geklärt werden. Ebenso der Prozess zur Wiedererlangung der Zuverlässigkeitsanerkennung.


    Eines sehen wir: Die Kriminalisierung, wie sie jetzt läuft, bringt nichts. Die Verharmlosung ist nach meinem Dafürhalten und Erfahrungsschatz ebenso sehr gefährlich.
    Meines erachtens, und jetzt widerhole ich mich, muß also eine wissenschaftlich basierte, ideologiefreie neue Weise her, mit diesen Stoffen umzugehen, um folgende Ziele zu erreichen:
    1) Ausschöpfen der heilenden Wirkung.
    2) Unterdrückung der an Ausweitung interessierten kriminellen Vermarktungsstrukturen.
    3) Zielgerichtete und wirkssame Behandlung der Suchterkrankten.
    4) Schutz der Gesellschaft vor drogeninduziertem Fehlverhalten mit schwerwiegenden Folgen.
    5) Vorbeugung gegen Suchterkrankungen.


    Gleiches gilt meines Erachtens übrigens auch für Modemedikamente wie Ritalin. Wobei auch dieses - bei richtiger Verwendung - ein segensreiches Mittel ist.


    Ein großer schritt ist dabei meines Erachtens die Einführung des Begriffes "jugendliches Probierverhalten" in der Rechtssprechung. Hier wird bereits praktische Entkriminalisierung betrieben und der mit Drogen am Steuer aufgegriffene junge Erwachsene wird mit den möglichen Folgen seines riskanten Verhaltens (kiffen und fahren) konfrontiert. Er bekommt einen Weg gewiesen, wie er aus dieser Situation heraus kommen und wieder in die Regelvermutung der persönlichen Eignung zum Führen eines Kfz einbezogen werden kann.
    Wie so oft in unserer Rechtssprechung sind bereits gute Wege geschaffen, die man allerdings in der schlagzeilendominierten öffentlichen Debatte nur seltenst findet.


    Meine Ablehnung von THC als Genußmittel bleibt nach der Debatte hier bestehen. Ebenso, wie ich in Hustenstiller und Schmerzmitteln keine Genußmittel sehe. Auch, wenn Codein oder Tramadol sicher einen netten Abend versprechen.
    Es ist gut, daß beides nur auf Rezept abgegeben wird.


    Lieber Gruß
    H.

    Ich empfinde den vorgeschobenen medizinischen Aspekt einfach nur als heuchlerisch.

    Nun ja, also genau darum geht es mir: Deswegen unterschreibe ich diese Varharmlosungspetition nicht. Eben weil es keine sachliche Debatte unter Ärzten ist.
    Andererseits übe ich Kritik, daß die Politik eben diese sachliche Debatte unter Medizinern nicht zulässt und daran, daß solche "Ich will meinen Joint"-aktionen der Versachlichung ebenfals im Wege stehen.
    Die einen verarschen den Bürger, indem sie vom Untergang des Abendlandes schwadronieren, die anderen, indem sie THC mit Rotwein gleichsetzen. Beides schlecht.

    ich spreche nicht nur von sterbenskranken Fällen

    Das meine ich mit "überzogener Debatte". Die Politik behandelt das immernoch so, als ginge es um Euthanasie auf Raten. So'n Quatsch! Umschläge mit Canabis helfen zum Beispiel gegen den Quälenden Juckreiz bei einem Psoriasis - Schub. Ganz ohne daß man "dösig" wird.


    In Colorado z.B. zeigt sich deutlich, dass weniger Schmerzmittel abgesetzt werden seit es Cannabis ohne Probleme zu erwerben gibt.

    Andererseits hat USA ein riesiges Problem mit Schmerzmittelmisbrauch, der sich über eine zu laxe Verschreibungspraxis von in Deutschland BTM-Rezeptpflichtigen Analgetika entwickelt hat. Daß unter diesen Voraussetzungen viele Mißbrauchspatienten ihre BTM dann nicht mehr beim Doc holen sondern billiger als Canabis, ist verständlich. Es ändert aber nichts an der Mißbrauchssituation.


    Ich glaube, der richtige Umgang mit BTM ist immer ein Spannungsfeld. Und es wird immer einen kühlen Kopf und Sachlichkeit brauchen, damit richtig umzugehen.
    Es werden Fehler passieren, die tragisch enden. Das ist das Lebensrisiko. Damit sind wir bei jeder Technologie konfrontiert. Nur bei canabis wird "so ein Faß aufgemacht". Das ärgert mich.

    Wow, geht es hier ab.
    Also, als einer der ersten der sich hier '"anti" geäußert hat, muß ich etwas beschwichtigen.
    Canabis halte ich für eine wertvolle Heilpflanze.
    So wertvol sie ist, so riskant ist sie. Ähnlich wie digitalis purpurea.
    Und genau so, wie niemand "aus Genuß" Digitalis nimmt, sollte man Canabis nicht "einfach so" nehmen.
    Und ähnlich wie bei anderen mittel- und hochpotenten Analgetika denke ich, ist eine Verschreibungspflich mittels BTM-Rezept angezeigt. Thalamonal, Durogesic und Fentanyl-Pflaster gibt es auch nur mit dieser besonderen Verschreibungsform.


    Gleichwohl halte ich die politische Debatte für weit überzogen scharf. Es geht um ein Heilkraut. Fertig.


    Die Gleichstellung mit Kamillentee lehne ich ab, weil ich die Risiken sehe und weil dieses Kraut - anders als Alkohol - nicht in unserer Kultur verwachsen ist.
    Allerdings halte ich dafür, daß man Canabis-abhängige den alkohol-abhängigen gleich stellen sollte: Nicht als Kriminelle behandeln, sondern als Suchtpatienten.


    Die Verharmlosung, allerdings, erachte ich für ebenso unverantwortlich wie wenn jemand Schilddrüsenhormon als Abnehmtablette anpreist und sagt, es wäre "ganz natürlich" und ohne Risiko.


    Soweit mal zur Präzisierung.

    Als Medizin, unter BtMG ist ohnehin in die Wege geleitet.
    Als Entspannungsmittel?
    Alternative zum Alkohol?
    Hast Du mal Leute erlebt, die Jahrelang gekifft haben? Wie die sich das Hirn weggeblasen haben? Und ich rede hier von AUSSCHLIESSLICH Canabis. Ganz ab davon, daß die Langzeitfolgen u.A. ausgewachsene Psychosen sind.
    Als Rohstoff: Es gibt THC-arme Sorten, die nicht unter das Anbauverbot fallen.
    "Direkt offener Geist"??? Offen oder bekifft?


    neeee, leute.
    Die Verteufelung bringt nix. Aber das Schönreden und Verharmlosen auch nicht.


    Und: Meine Bedenken habe ich aus direkter Betroffenheit im Freundeskreis. Nicht von "Hören-Sagen"

    Aldi hin, Discount her.
    Worum es mir im Prinzip geht ist:
    Kaufe ich Käse, oder Verpackungsmaterial mit etwas Käse drinne?
    Wenn ich Fertigessen kaufe, weiß ich dann warum? Weil ich es gut finde, im Auto immer ein Paar Mahlzeiten gelagert zu haben? Weil ich manchmal das "Epa-Feeling" aus Bundeswehrzeiten will, oder weil ich garnicht mehr eine Gemüsesuppe selbst kochen kann?
    Kaufe ich maximal vorverarbeitete Nahrungsmittel oder kaufe ich Mehl, Gemüse, Fleisch?
    Kaufe ich um des Kaufens willen, oder kaufe ich Dinge, von denen für mich ein von mir gewollter Nutzen ausgeht?


    Was haben wir alle davon?
    Ganz einfach: Es geht vom Bürger ein Signal zurück an die Hersteller: Wir wollen nicht ständig neues, wir wollen einfache Lebensmittel, wir wollen Dinge, die man reparieren kann...


    Illusion? Neeee!
    Vor einigen Jahren war "Bio" etwas für Ökospinner in Jesuslatschen die von Beruf Sohn waren und der Eltern Bankkonto schröpfen konnten.


    Heute gibt es eine Stufenleiter von "Bio"-Lebensmitteln. Und auch der Aldi und andere Discounter haben Biolebensmittel zu Preisen, die sich auch der Arbeiter leisten kann. Der Marktsog hat dafür gesorgt.
    Das erzeugt langfristig ein Umdenken.
    Meine älteste Tochter ist Biobauer. Sie hat zunächst auf einem Demeterbetrieb gelenrt und ist jetzt auf einer Staatsdomäne.
    Dabei studiert sie Ökolandbau. Sie weiß also, wovon sie redet.
    Sie sagt immer: Euro-Bio ist zwar nicht diese Qualität wie Demeter oder andere Extreme Biosiegel. Aber für viele Bauern ist Eurobio eine faire Chance, bei aller betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit sukkzessive gesündere Produktionsmethoden einzuführen und wirtschaftlich zu überleben. Genauso ist es für viele Bürger ein Einstieg in eine bessere, selbstbestimmtere Ernährung, die sie sich auch leisten können.
    Das alles ist real existierender Marktsog. Den verursachen wir, die Bürger.
    Auf Youtube gibts viel Unsinn. Aber es gibt auch Tutorials, beispielsweise, wie ich mein Handy oder mein Laptop bei den Standardschäden (Bildschirm gebrochen, Tastatur kaputt) selber repariere. Der Markstog hat dazu grführt, daß selbst Amazon die benötigten Teile vertickt, für'n Appen und ein Ei. Ebenso die professionell wieder aufbereiteten Laptops. Und schon wieder ist ein Zeichen gesetzt gegen Verschwendung.
    Wir Bürger müssen uns nur interessieren und die Dinge nachfragen. Dann werden die auch angeboten.


    Das Internet macht's möglich, daß wir heute wieder Waren kriegen, für deren Handel im Einzelhandel der Markt zu klein war: Beispielsweise Wolle.
    Kaufe ich 500g Schurwolle, ohne Beimengung von Kunstfaser, versponnen und gezwirnt, dann zahle ich so 15-20 Euro.
    Kaufe ich 4 kg zum selberspinnen, zahle ich so um die 25 Euro. Für die Achtfache Menge. (Die Zahlen habe ich aus der Erinnerung...Meine Frau trägt dieses Gewerk bei uns.)


    Wir werden nie "Selbstversorger" sein. Und ganz ehrlich: Wenn keiner in den Fabriken arbeitet, gibt es auch bald keine Antibiotika mehr. Ohne Antibiotika gäbe es meine eine Tochter nicht mehr. Danke auch, an die "fundamental-Fortschritsablehner"!
    Aber Wie man den Fortschritt nutzt, darüber kan man sich Gedanken machen. Und das kann, ich wiederhole mich, jeder. Von dem Putztrupp bis zum Professor.
    Dazu gehört aber, daß wir uns selbst und unseren Kindern wieder den Umgang mit einigen Handwerkszeugen lehren: Herd, Kochlöffen, Nähmaschine, Handsäge, Bohrmaschine.
    Dazu gehört, daß wir unsere Handwerkszeuge weiterrgeben. Ich habe alle meine Holzbearbeitungssachen vom Vater geerbt. Und ich habe Eine Bohrmaschine, die mein Großvater meinem Vater geschenkt hat, als der aus der Gefangenschaft heim kam. Das Ding funzt immernoch.
    Das meine ich mit "neuer Nutzung"...