Beiträge von Heliodor

Schon gewusst…?

Asgard (altnordisch Ásgarðr „Heim der Asen“) ist sowohl nach der Edda des Snorri Sturluson als auch nach der Lieder-Edda der Wohnort des Göttergeschlechts der Asen. Über die Regenbogenbrücke Bifröst ist Asgard mit Midgard verbunden.

    Natürlich habe auch ich schon Mal jemand als Ratte bezeichnet. Auch darum geht es nicht. Ich bin nämlich keine Person des öffentlichen Lebens.


    Böhmermanns Aussage wäre auch nicht so problematisch, wenn er selbst auch nicht gleich jedem Nazitum vorwerfen würde, der z.B. etwas gegen den ÖRR sagt, seine Kinder in die Waldorfschule schickt oder einfach zufällig als Deutsche(r) in Deutschland geboren ist (tatsächlich nannte er uns alle uneingeschränkt Nachkommen der Täter). Der Punkt ist, jemand, der sich als großer Gegner der Nazis präsentiert, sollte vielleicht keine Nazi-Narrative bedienen.

    Nochmal, es geht nicht um Ratten oder Keime, es geht um einen Vergleich, den die Nazis machten. Die Nazis meinten nicht, dass die jüdischen Menschen, die sie industriell ausbeuteten und ermordeten, besonders reinlich waren, als sie sie mit Ratten verglichen. Jeder, der etwas von unserer Geschichte weiß, sollte sich tunlichst davor hüten, Menschen mit Schädlingen und Ungeziefer zu vergleichen! Dabei ist es total piep-scheiß-kack-affentitten-egal, ob Ratten nun reinliche Tiere sind, obs nun die Flöhe auf den Rattenhaaren waren oder ob Lord Ganescha eine Ratte reitet, Fakt ist, dass die Nazis die Juden "Ratten" im Sinne von Ungeziefer nannten, die Seuchen verbreiteten und die es auszurotten galt. Und nur weil jetzt die Flöhe der Ratten und nicht die Ratten selbst die Überträger der Pest waren, verhehlt es nicht, dass die Nazis die Juden so nannten, weil sie sie auch ausrotten wollten.

    Liebe Leute, es geht nicht darum, ob Kinder nun vermehrt mit Keimen in Berührung kommen oder nicht. Es geht darum, dass gerade wir in Deutschland Menschen nicht mit Ratten vergleichen sollten, weil die Nazis dasselbe mit den Juden gemacht haben! Wenn ein Ernst Wolff davon spricht, die Welt werde von der Finanzindustrie beherrscht, wird ihm Antisemitismus vorgeworfen, offenbar wegen der Analogie zum Wort "Finanzjudentum". Demzufolge wäre jede Zusammensetzung mir "Finanz-" aber antisemitisch, auch ein "Finanzhai". Propagandaminister Böhmi kann es den Nazis aber ungeniert gleichtun und Menschen als Ratten bezeichnen. Großes Kino!

    Gute Besserung an alle.


    Indes...


    ... die Kinder können da auch nichts für. Einen Grund, diese Ratten (Wirttiere) zu nennen, halte ich noch immer für Nazi-Narrative. Hat hier keiner getan, aber der Propagandminister Böhmermann.

    Danke und Danke für den Hinweis :-)


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    Diese Göttin scheint eine Vorliebe für Krähenvögel zu haben? Gott Woden täte sich dann wohl gut mit ihr verstehen. ;-)



    Schande über mein Haupt, wie konnte ich die nur vergessen? Avalon, die Apfelinsel der Kelten! Wo ich seinerzeit auch ein großer Fan von „Die Nebel von Avalon” von der berüchtigten Marion Zimmer-Bradley war!


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    Ist nur eine Vermutung von mir, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Vorstellung, im Westen, wo die Sonne untergeht, eine oder mehrere schöne Frauen mit herrlichen Früchten leben, durchaus ein Äquivalent zu der jüngeren Vorstellung, am Ende des Regenbogens fände man einen Topf voll Gold sein könnte. Ist nur so ein Gedanke. Oder eben eher eine tröstliche Jenseitsvorstellung: König Artus soll ja nicht tot sein, sondern im Apfelland im Westen ruhen. Auch die Griechen, die alten, stellten sich die Unterwelt manchmal als ein im Westen liegendes Land vor, dort, wo die Sonne untergeht. Oder sie lokalisieren die Inseln der Seeligen im Westen, wo die Geister der gefallenen Helden verweilen.

    Sehr schöne Darstellung, Havald ! Auch Danke für die Erläuterung :-)


    Deine Königin-Mutter des Westens erinnert mich mit ihren Pfirsichen an die Hesperiden der griechischen Mythologie, die auch im Westen leben und einen Baum mit goldenen Äpfeln bewachen. Und die goldenen Äpfel erinnern natürlich wieder an die nordische Göttin Iduna.

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    Ich fürchte, Widulf, dass Du dem Buddhismus da Unrecht tust. Auch bin ich nicht ganz einer Meinung, was diese angebliche „Lehre” des Heidentums anbelangt, denn einerseits schlösse sie die Epikureer und Stoiker vom Heidentum aus, andererseits vertrüge sie sich auch nur bedingt mit der eher fatalistischen, pessimistischen Vorstellung, die uns aus griechischen, aber auch aus nordischen Heldengeschichten begegnet, nämlich dass es keinen Sinn macht, gegen sein Schicksal ankämpfen zu wollen.


    Zum Buddhismus nur ein Wort: Unterschied zum Christentum ist der, dass der Buddhismus unsere Götter und deren Heiligtümer in Ruhe gelassen hätte.


    Aber hier ist weder der Ort, noch bin ich wohl die richtige Person, um dies zu diskutieren. Hier noch ein Bild:


    idun-with-her-apples-from-a-primary-reader-1896.jpg

    Im Buddhismus kann theoretisch auch jeder zum Buddha werden. Solche Einflüsse haben diese strenge Ordnung ebenfalls aufgeweicht.

    Es ist, wenn ich nicht irre, sogar wünschenswert, dass jeder Buddhist und eine eben solche Buddhistin zum Buddha wird, also die vollkommene Erleuchtung erhält, wenn ich nicht irre. Aber Du meintest, dass diese buddhistischen Vorstellungen sich eben auch auf die chinesische Volksreligion auswirkte?


    Dazu noch ein Bild, wir sind ja im Moderne-Götterdarstellungen-Thread, aus der graeco-buddhistischen Kunst: Herakles beschützt als „Vajrapani” den Buddha*.


    insert-276040001.jpg


    Mehr Info zum Graeco-Buddhismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Graeco-Buddhismus#cite_note-1


    Hier ein Link zu einer Darstellung, wo der Buddha von Herakles und der Glücksgöttin Tyche (Fortuna) flankiert wird:

    https://upload.wikimedia.org/w…WithHeraclesAndTychee.jpg



    *Bei solchen künstlerischen Synkretismen werde ich immer ein wenig wehmütig... Wäre das Christentum nicht allerorts zur Staatsreligion geworden und besäßen, wir eine ganz und gar ununterbrochene heidnische Tradition, wer weiß, die buddhistischen Lehren wären dann vielleicht schon eher in Europa haften geblieben und vielleicht hätten skandinavische Buddhisten den Thor die Rolle des Vajrapani zugeteilt.

    Du, Widulf, ich weiß nicht, inwiefern die Heiden, von denen wir es wissen, scharf zwischen der Verehrung von den althergebrachten Gottheiten und den vergötterten Kaisern oder deren Angehörigen unterschieden. Wie Havald über die Chinesen anmerkte, so waren auch die Ahnen/Vorfahren/Verstorbenen bei Römern und Griechen eine Art von Gottheiten. Niederen Rangs, vermutlich. Aber ebenso vermutlich spielten sie im Leben der kleinen Leute eine größere Rolle als die großen Götter. Rein von den Kultpraktiken, die wir so kennen, gibt es nicht wirklich signifikante Unterschiede zwischen dem Götterkult und dem Totenkult. Zumal ja auch Ideen wie der Euhemerismus verbreitet waren, der da besagt, dass die Götter aus der Mythologie auch eigentlich vergötterte Menschen waren, die zu den „wahren” Göttern, nämlich den Gestirnen, emporgehoben wurden. „Wahr” bedeutet hier nicht, dass die anderen Götter falsch waren, sondern eher im Sinne von ursprünglich. Wie ich in dem leider weniger gut verlaufenen Thread über Glauben angemerkt hatte, war eine fest umrissene Vorstellung nicht unbedingt notwendig, um am Kult teilzunehmen.


    So, und nun entsinnen wir uns wieder, wo wir uns befinden:


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    Sieht so aus. Der Beamte lebte aber vor ein paar hundert Jahren, also ist jetzt nicht so, dass er jetzt irgendwie vor dreißig Jahren oder so zum Gott wurde.


    In Europa erfolgte das hin und wieder auch, dass Sterbliche in den Rang von Göttern oder Halbgöttern aufstiegen.


    Er hier zum Beispiel, Antinous oder Antinoos, der Geliebte des Kaisers Hadrian:


    720px-Antinous_Pio-Clementino_Inv256_n2.jpg


    Er fand den Tod auf dem Nil und der trauernde Kaiser widmete ihm einen Kult.

    Zu Karl Heinrich Ulrichs Zeit war „Sodomiter” der gängige Begriff für Urnings.


    Dies hier ist der chinesische Kaninchen- oder Hasengott Tu Er Shen, dessen Tempel in China vor allem von Urnings besucht wird. In seinem irdischen Leben war dieser Gott nämlich ein Beamter gewesen, der sich unsterblich und unglücklich in einen General verliebte:


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    Sieht aus, wie der Bruder von Hellboy, der immer so gern Prosecco trinkt!


    Ist Prosecco ein typische Trunk für Urnings?



    Hier ein Bild der Göttin Aphrodite Ourania, von deren Name der deutsche Jurist und Schriftsteller Karl Heinrich Ulrichs seine Neuschöpfung „Uranier” oder „Urning” zur Ersetzung des eher negativen Begriffes „Sodomiter” herleitete.


    Griepenkerl%2C_Aphrodite_Urania.png

    Sie Mal einer an. Kenne mich eigentlich nur mäßig bis kaum mit den Marvel-Comics aus. Der ursprüngliche Marvel-Thor erinnert mich tatsächlich eher an einen Siegfried.


    Thor-Marvel-Comics-Alternate.jpg


    Marvel adaptierte offenbar auch Perun (links) und Herkules (rechts) :


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    Die baltische Sonnengöttin Saule (litauisch: Saulė) in moderner oder eher phantasievoller Gewandung. Die Frisur orientiert sich an die meiner Mutter. Aus der Kanne gießt sie das Licht über die Welt. Deshalb.


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