Beiträge von Iwan-Dummerjan

Schon gewusst…?

Bis heute weiß man nicht genau wovon sich das Wort Wikinger ableitet.
Die einen glauben, es geht auf „wig“ (Handelsplatz) zurück, andere meinen, dessen Ursprung in „vikingr“ (Seeräuber) zu erkennen.

    Guten Morgen!


    Nachdem ich jetzt auch nach einer halben Stunde von der Shoutbox gesagt bekomme, ich müsse noch 15 Sekunden warten, schreibe ich es jetzto einfach hier.


    Also meine Quelle war das Handwörterbuch des dt. Aberglaubens (Eintrag zum Donner), allerdings hatte ich einiges durcheinandergebracht:


    - Wer sich beim ersten Donner des Jahres (nicht des Frühlings) auf dem Boden wälzt, ist das ganze Jahr vor Unglück gefeit.


    - Wer beim ersten Donner des Jahres (nicht des Frühlings) einen schweren Stein aufhebt und einige Schritte weit trägt, erhält ungewöhnliche Stärke das ganze Jahr und ist vor Leibesschäden bei der Arbeit gefeit. Etwas anders heißt es in Westböhmen, dass das Aufheben eines schweren Gegenstands während des ersten Donners vor Blitzschlag bewahrt.



    Wenn ich derartige Aussagen über Aber- und Volksglauben mache, ist meine Quelle eigentlich immer das HDDA. Nur wenig weiß ich durch direkte Überlieferung von Eltern/Großeltern/Verwandten/Bekannten (Wetterprognose durch grasende Hunde oder durch das Morgen- oder Abendrot; wie gefundene Pfennige zu behandeln sind; die Bedeutung des Lochsteins/Hühnergottes und natürlich das Übliche zu schwarzen Katzen, Leitern und Freitag dem 13.), das meiste musste ich mir anlesen.



    Schönen Sonntag!

    Eines meiner Lieblingsbücher zum Thema heidnische Religion ist folgendes:


    https://www.amazon.de/Veyne-Gr…1619341576&s=books&sr=1-4


    Das mag jetzt vielleicht nur meine Meinung sein, aber ich denke schon, dass die griechisch-römische Religion durchaus stellvertretend für das europäische Heidentum stehen kann und dass das Religionsverständnis der alten Griechen und Römer, dass sich in vielen Bereichen ja auch mit dem der shintoistischen Japanern deckt, durchaus auch das der Germanen, Kelten, Slawen, Balten und anderer europäischer Heiden gewesen sein mag.

    Folgendes ist alles nur meine persönliche Meinung. Ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.


    Ich bin hier um gerne mal mit Praktizierenden zu sprechen. Ich möchte hören, woher die Quellen des Glaubens stammen und wieso man ihnen vertrauen sollte.

    Bei den alten heidnischen Völkern Europas bildetete die jeweilige Überlieferung die Quelle für den Kult. Die Sitte der Vorfahren gebot eben die Einhaltung bestimmter kultischer Handlungen. Eine andere Bezeichnung für beispielsweise den germanischen Glauben ist „Forn Sidr” oder „Firne Sitte” oder einfach „Alte Sitte”. Bei den alten Römern hieß das „Mos Maiorum”, die „Sitte der Vorfahren”. Und wieso man ihnen vertrauen sollte? Also eine Argumentation wie bei den missionierenden Religionen Christentum und Islam gibt es da nicht, weil dies nie notwendig war. Man hat sich einfach an die Traditionen gehalten, die man von Zuhause aus mitbekommen hat. Gerade so, wie viele auch heute Weihnachten und Ostern feiern, obwohl sie keine Christen sind (Weihnachten und Ostern sind ohnehin nicht ganz christlich, aber ich möchte jetzt nicht ausufern...). Ihr hohes Alter wirkte auch beeindruckend.


    Persönlich benutze ich unter anderem das Handbuch des deutschen Aberglaubens, das wahrscheinlich in jeder Bücherei einlesbar ist, gerade in Universitätsbibliotheken, gerne als Quelle für einheimische Bräuche. Ich selbst bin auch nicht der perfekte Asatruar, ich bewege mich eher zwischen Folketro, Ródna Wěra, Hellenismos und Religio Romana... deshalb bezeichne ich mich auch lieber einfach als „Heide”. Aber wie gesagt, die Edda wird von vielen natürlich genutzt.


    Und vorallem, wie alte Stammesgötter in einer Globalisierten Welt harmonieren. (Stichwort Interpretatio Romana bzw. Synkretismus)

    Das kann jeder Heide und jede heidnische Kultgemeinde handhaben, wie er oder sie möchte. Von Germanen, Kelten, Slawen und Balten ist leider nicht bekannt, inwiefern sie eine bindende Theologie hatten. Bei Griechen und Römern, den europäischen Heidenvölkern, von denen wir am besten unterrichtet sind, war keine solche allgemeine Theologie vor der Spätantike vorhanden (und auch diese war nicht obligatorisch). Bedeutet also, dass es dir frei steht, deinen Stammesgott als höchsten Gott überhaupt zu denken, oder eben als Emanation eines höheren, unbekannten, undenkbaren Gottes... Deine Stammesgötter können die gleichen sein wie die deiner Nachbarn oder vollkommen von diesen verschieden. Das bleibt ganz allein dir überlassen. Die von den Vorfahren ererbten Kulthandlungen waren dem einzelen Heiden wichtig. Ob die Gottheit, der diese Kulthandlungen golten, nun identisch war mit einer Gottheit aus einem anderen Sprachraum oder nicht, war dabei eigentlich nicht so wichtig. Hauptsache, die Riten wurden so durchgeführt, wie das schon bei Oma und Opa getan wurde. Über die Götter kann man als Mensch doch sowieso nichts Genaues sagen. Vielleicht sind die deutsche Holda, die polnische Dzidzileya und die griechische Aphrodite ein und diesselbe Gottheit, vielleicht auch nicht. Zumal die deutsche Holda auch in vielen Zügen den Griechinnen Athene und Artemis gleicht.


    Das kannst du also halten, wie du magst. In der Spätantike entwickelte sich die Tendenz, all die vielen Götter der verschiedenen Völkerschaften des Vielvölkerreichs Rom als Erscheinungsformen einer überschaubaren Zahl an Gottheiten oder eben einer einzigen Gottheit zu erklären. Der Neuplatoniker Salustios aus dem vierten Jahrhundert beispielsweise meinte es gebe nur die zwölf "innerkosmischen" Gottheiten, die mit den zwölf Olympiern identisch sind, und alle anderen Götter seien Erscheinungsformen dieser Götter: Herakles und Dionysos seien Erscheinungsformen des Zeus, Asklepios und Helios des Apollon, die drei Grazien der Aphrodite usw. Ein anderer Philosoph aus dem vierten Jh. namens Macrobius sah in allen Göttern Erscheinungsformen des Sonnengottes: überhaupt herrschte die Tendenz einer Sonnenreligion und -theologie in der Spätantike. Aber diese wurde nirgendwo den Menschen auferlegt. Es handelt sich um eine Systematisierung, die vermutlich in kleinen Kreisen intellektueller Heiden (die für so etwas Zeit übrig hatten) ausgeübt wurde. Sonst blieben einfach alle Kulte weiter bestehen, wie sie schon seit Jahrhunderten bestanden und der kleine gallische Bauer wird ohnehin seiner lokalen Gottheit die im Brunnen oder Wald lebte, mehr Aufmerksamkeit gezollt haben als dem Deus Sol Invictus oder dem Iuppiter Optimus Maximus der herrschenden Schicht. Wobei der Sonntag und der Sonnengeburtstag am 25. Dezember für alle Bürger des römischen Reiches verbindlich war. Auch für die Bürgerinnen im Übrigen.


    Du siehst, viel Blabla, wenig Antworten.

    Danke für das Thema, Hangatyr!


    Schulmeister Dachs, Kendra, Kret und Hangatyr selbst haben eigentlich schon alles Fragenswerte genannt. Ritualabläufe, Gebetsformeln... muss ich wissen, tät' ich löchern.


    Noch persönlich: Wie steht ihr (gemeint jetzt nur germanische Heiden) zu Synkretismus/Gleichstellung mit Göttern anderssprachiger Polytheisten?

    Ulfberth? Bist Du es wirklich? Schön, dass Du wieder hier/da bist!!! 😊😊😊 Haben wir Dich endlich mit unseren revolutionären Reden (man beachte den Stabreim) aus Deinem Bau locken können?


    So, und jetzt erst Mal ab in den nächsten Gulag ob deiner anti-sozialistischen Argumente. Irgendwo in der Barnimer Schweiz bei Prötzel müsste ja noch einer sein. Wobei, wir hatten ja nüscht.


    Nur zu Punkt 1 und 2 Deiner Argumentation würde ich gern etwas sagen. Zu Punkt 1 eigentlich nur, dass bloß weil etwas über einen langen Zeitraum bestanden hat, beweist es damit ja noch lange nicht seinen moralischen Mehrwert. Ungenierte Sklaverei und Leibeigenschaft hat es ja auch ziemlich lange gegeben und gibt es teilweise noch. Schenken wir aber keinen Präsentkorb zum Jubiläum, nein?


    Zu den Berufen: Du wirst wieder Mal staunen, aber da stimme ich Dir zu: eine Gesellschaft kann nicht nur aus schöngeistigen Akademikern und Floristen bestehen. Wo kämen wir denn da hin? Nach Prötzel, doch das war es dann auch schon. Aber ich möchte auch nicht in einer Gesellschaft leben, in der Klempner, Elektriker, Bäcker, Erzieher, Paketzusteller, Reinemacheperson usw. usf. sozial geächtete Berufe sind und die Personen, die solchen nicht-akademischen, nicht-schöngeistigen und vor allem nicht-floristischen Arbeiten nachgehen, Verlierer sind, die es eben zu nichts anderen gebracht haben. An der erneuten Wertschätzung nicht-akademischer Berufe sollte die Gesellschaft unbedingt arbeiten. Es können nicht alle als Akademiker ihr Brot verdienen, ihr tägliches. Loben kann man, dass viele Arbeiterkinder heutzutage den Weg zur Uni finden. Aber loben soll man auch die, die aus Leidenschaft Elektriker, Klempner oder Bäcker wurden. Quälen täte mich der Gedanke, mein Bäcker, der mich täglich mit meinen fünf Eberswalder Spritzkuchen versorgt, weine sich jeden Abend in den Schlaf, weil er doch lieber Altphilologe geworden wäre. Weh täte es mir in der Seele.


    Wertschätzung des Arbeiterstands. Nicht unbedingt immer nur durch das Geld, gleichwohl das stimmen muss, auch nicht durch kolossale Statuen, wie die der Bergmänner in der Moskauer Metro, aber eben irgendwie doch schon ein bisschen, nein?






    Ich habe mir von FDSW das Buch "Die Selbstgerechten" als Hörbuch gegönnt (dann kann ich es mir mit dem Walkman auf dem Weg zum Bäcker immer anhören): ich kann es nur

    empfehlen. Würde gefallen.

    Die Grundidee ist oftmals ja gut ... :thumbup: Nur erfolgt deren Umsetzung halt durch Menschen & die sind nunmal fehlerhaft...

    Genauso sieht's aus.


    Sozialismus wie im SED-Regime will kein vernünftiger Sozialist oder Sozialdemokrat. Ich persönlich bin schon mit einem Sozial-Kapitalismus zufrieden. Auch Planwirtschaft hat gezeigt, dass sie nicht funktioniert. Aber es sollte nicht alles dem freien Markt überlassen werden, wie eben Kranken- und Altenpflege, Bildung und wenn möglich auch die Wohnungsfrage. Da finde ich dann schon, dass da die Bevölkerung durch demokratisch gewählte Politiker mitmischen sollte. Das ist meine Meinung dazu.


    rosa elefant Ich leugne Venezuela nicht, dort herrscht aber in meinen Augen kein Kommunismus, sondern Realsozialismus/Staatskapitalismus.

    Tartar Das ist nicht so bekannt, aber an den Montagsdemonstrationen in der ausgehenden DDR haben sich auch überzeugte Sozialisten und Kommunisten beteiligt, eben weil das, was die SED so unter Sozialismus verstanden hatte, eben kaum etwas mit den Ideen von Marx oder Engels zu tun hatte. Der Sozialismus und Kommunismus sollte ja gerade dazu führen, dass es einem größeren Teil der Bevölkerung besser gehe. Kommunismus in dem Sinne hat es bisher nicht gegeben, nur Realsozialismus und Staatskapitalismus und beide lehne ich ab. Das Kind mit dem Badewasser weg zu schütten halte ich für voreilig, da die Sozialisten auch sehr viel Gutes geleistet haben und leisten.

    Ich bin ein Beispiel dafür, der erste Akademiker seit Generationen. Und ich musste hart dafür arbeiten und war willens, das zu tun.

    Mit Verlaub, aber deine obigen Kommentare beweisen leider, dass Vernunft und Intelligenz nicht zwangsläufig dasselbe sind.


    Und weil Du jetzt Akademiker bist, bist du besser als deine Vorfahren, die "nur" Arbeiter und Angestellte waren?


    Ein Staat kann nicht nur aus Akademikern bestehen, das ist dir doch hoffentlich klar? Es geht vor allem auch um die Würdigung von Arbeitern und kleinen Angestellten. Um ein Haus zu bauen bedarf es nicht nur eines Architekten, sondern auch der Arbeiter.

    Eigentlich schon oder kennst du einen sozialistisch/kommunistischen Staat (jetzt oder in der Vergangenheit) in dem die Parteibonzen nicht wie die Maden im Speck leben aber dem niederem Volk diese krankhafte und gescheiterte Idee aufzwingen? Gibt es überhaupt einen kommunistischen Staat, der seine Bürger nicht unterdrückt?


    Für mich ist jeder, der real mit diesem kranken System des Sozialismus/Kommunismus liebäugelt, total irre und hat jeden Bezug zu seinem Leben verloren. Pfui deife!

    Es hat noch nie einen kommunistischen Staat gegeben und die Parteibonzen lebten nicht nach dem Spzialismus/Kommunismus. Man kann da der Idee des Sozialismus' nicht die Schuld geben, dass er falsch ausgelegt und missbraucht wird. Das ist eine etwas simplistische Auslegung.