Beiträge von Zenon

Schon gewusst…?

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    Hallo liebe Forenleute!


    Mittlerweile konnte ich bereits ein wenig in die Materie eintauchen, und ich glaube mich gut zurechtzufinden.

    Eine Frage des praktischen Kultlebens habe ich jedoch: Wie baut ihr eure Beziehung zu den Göttern auf und aus? Macht ihr dies kraft täglicher Rituale oder eher im Gebet zu/an den jeweiligen Gott? Verehrt ihr alle gleich oder habt ihr einen sogenannten "Fulltrui"? Und wenn ihr einen solchen habt, habt ihr ihn/sie gefunden oder er/sie euch?

    Eure Geschichten hierzu interessieren mich!
    Vielen Dank:)

    Bei saemtlichen Arten von Zahnschmerzen helfen Nelken, meist sogar besser als Schmerzmittel. (Es sei denn du bist glueclicher Besitzer von rezeptpflichtigen Tabletten.)

    Bin ich, zum Glück!
    Update: es ist heute schon viel besser und ich bin fast schmerzfrei ganz ohne Medikamente. Nur das Zubeissen und Herumdrücken ist noch unangenehm, aber es scheint am Weg der Besserung zu sein! :)

    Das klingt grauenhaft ;(


    Ich habe eine unfassbare Zahnarzt-Phobie. Vor drei Jahren habe ich dann den einen einzigen wahren Zahnarzt für mich entdeckt, der versteht mich und respektiert meine Furcht und mein Misstrauen.
    Nun ist der aber für die nächsten Wochen fort.
    Der Weisheitszahn drückt immer wieder mal für einige Tage und lässt dann wieder nach. Ausgerechnet jetzt fängt er wieder an und es ist wohl ein wenig übler als sonst. Ich geb mir mal bis Mittwoch Zeit, wenns bis dahin nicht besser wird, dann werd ich zu seiner Vertretung gucken. ?(

    Was mich ärgert:
    Gerade in der ungünstigsten Zeit (mein Zahnarzt renoviert und sperrt erst wieder im Juli auf) drückt mein Weisheitszahn auf seinen Nachbarn. Ich hoffe das legt sich wieder. :(

    Interessant wäre es ab dem 8. Jahrhundert geworden, als die Araber beinahe die gesamte spanische Halbinsel eingenommen hatten. Wäre unter dem Ansturm der Muslime das römische Reich zerfallen, wer weiß wie sich die Geschichte Europas geändert hätte. Vielleicht ist der Glaube der Abrahamiten einfach dazu bestimmt gewesen, die Weltherrschaft anzutreten. Wenn nicht unter dem Kreuz, dann eben unter dem Halbmond.

    Ja, das ist schon hart. Brutal sogar, wenn man sich diese Frage zur Lebenssinnfrage macht.
    Sich nämlich über das Leben danach zu viele Gedanken zu machen, nimmt wertvolle Zeit für das Leben im Hier.
    Am Ende dieses Lebens, stellt man sich häufiger die Frage nach dem Gelebt-Haben. Und das ist es doch auch, was für dieses Leben wichtig ist.
    Dieses Leben ist eine große Chance ein Leben zu leben. Das ist für dieses Leben Sinn-Potential genug.

    Leider drängt und quält mich die Suche nach dem Sinn, nach dem "Warum" so stark, dass es mir keinen Frieden geben mag, ohne eine feste Vorstellung zu leben.
    Grausam ist das.

    zu 1:

    Du meintest, du wuerdest dich eigenartig fuehlen, wenn statt Thor Jupiter auf dich wartet. Ich glaube, dass es keine unterschiedlichen Goetter, also aus verschiedenen Pantheons, gibt... bzw. genau meine auf mich warten.

    Ok, interessant! Könntest du das genauer ausführen? Wie siehst du das dann mit dem Leben nach dem Tod? Gibt es hier Gewissheit?

    zu 4:

    Ja, wenn ich wueßte ich haette nie Schmerzen, dann würde ich keine Vorsicht walten lassen, das waere langweilig. Ist wie in einem Spiel mit God-Mode ;)

    Was gibt es besseres als GTA im God-Mode? :D

    Wieso gehst du davon aus

    - dass sie dann, wenn du Tod bist, andere Goetter sind?

    Hallo Grout! :)


    Wie meinst du das, mit anderen Göttern? Ich glaube, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich gehe nicht davon aus, dass sie andere Götter sind, sondern, dass sie eben festen Bestand abseits von Raum und Zeit besitzen.

    Aber genau diese Annahme führt nun zu folgenden Konflikten!

    - dass es andere gibt?

    Weil es ansonsten zu den allbekannten Problemen eines Exklusivanspruchs gibt. Damit haben die abrahamitischen Religionen bereits zu kämpfen - und das oft im wahrsten Sinne des Wortes. Als Heide schlägt man anderen Leuten für die Wahrheit der Götter nicht den Schädel ein, oder irre ich mich da?

    Wäre es schon ungerecht, wenn "nur" der christliche Glaube war wäre, wie viel ungerechter wäre es, wenn "nur" der germanische Glaube war wäre? Und würde das nicht automatisch zu Bekehrungsaufrufen führen, denn eine allgemeingültige, einzige Wahrheit muss verbreitet und anerkannt werden, so wie 1+1 eben 2 ist. Je mehr davon wissen, desto mehr können damit umgehen, lernen davon zu profitieren, etc. Die Frage ist, ob wir mit Religion und Glaube so umgehen sollten.


    - dass sie, selbst wenn es andere sind, sich als diese zu erkennen geben?

    Das ist allerdings ein interessanter Einwurf. Denn möglicherweise ist Apollo in gewisser Weise auch mit Thor verknüpft, oder mit Odin. Letzten Endes ist dann alles eins und wir kommen alle in gewissen Dingen zueinander.

    Zu deinen letzten Fragen: Waere es dann nicht langweilig? (ganz salopp)

    Saloppe Gegenfrage: Ist dir langweilig, wenn du keine Zahnschmerzen hast? Vermisst du sie, wenn du dir darüber bewusst wirst, dass du im Moment keine hast? Wohl eher nicht...

    Ich hoffe doch auf intakte Zähne in Walhall - oder wo auch immer. :)

    Ein altes Thema, ich wage es trotzdem, etwas hinzuzufügen.


    Als ehemaliger Christ ist für mich das Thema "Leben nach dem Tod" zentral. Meine gesamte Kindheit wurde auf den Glauben ausgerichtet, dass dieses Leben hier noch gar nicht das wirkliche Lebenswerte wäre. Wir müssen hier durch die Hölle, um der realen Hölle zu entgehen. Das ist auch der Grund warum die Ewigkeit so eine große Rolle spielt und diesen Samen, der in meinem Kopf verwachsen ist, den bekomme ich nicht mehr heraus.


    Deshalb ist es auch nun von zentraler Bedeutung, was mit uns passiert, wenn wir sterben. Am Versöhnlichsten finde ich die Vorstellung, alle geliebten Verstorbenen zu sehen. Meine Eltern, Großeltern, Ahnen - meine Kinder und Kindeskinder eines Tages. Lachen, essen, trinken, tanzen, endlos lange spazieren gehen, jagen und bauen, feiern und singen. Haja, und das bis in alle Ewigkeit. Ich kann die Wikinger gut nachvollziehen, wenn sie so etwas erhofften.

    Eine Seelenwanderung hingegen stelle ich mir eher untröstlich vor. Letztendlich vergeht man trotzdem, das Bewusstsein und somit auch die individuelle Identität endet mit jedem Tod. Aber auch das wäre besser als ein Auslöschen.


    Was ich mich aber frage ist: Wie ist das mit Menschen, die an ganz andere Götter glauben, bspw Heiden, die den römischen Weg gehen? Stell dir vor, du widmest dein Leben dem Apollo und den Laren deines Hauses und dann findest du dich bei nordischen Göttern vor, ja von den Göttern des Volkes, das eine gewisse Zeit lang dein Erzfeind war. Eine gewisse Enttäuschung würde da mitschwingen, also bei mir jedenfalls.

    Eine weitere Frage, die ich mir da stelle (aber die stellte ich mir schon im Christentum): Wozu das alles? Wozu die Sterblichkeit, wenn unser endgültiger Sinn ein unsterblicher Zustand ist? Warum bleibt uns dieser leidvolle Weg nicht erspart?

    Oder der sumerischen Kultur.

    Da könntest du recht haben. Schenken wir den alttestamentarischen Geschichten Glauben, so stammte Abraham aus Mesopotamien. Die dort ansässigen Chaldäer waren ja "Ur-Semiten", wenn man so will. Dass die Hebräer einen bereits bestehenden sumerischen Kalender übernahmen wäre natürlich eine nachvollziehbare Theorie. Aber hierzu habe ich zu wenig Fachliteratur gelesen, um etwas "Kompetentes" von mir geben zu können. :)

    Interessanterweise ist die Zeitspanne eines Jahres als auch des Monats astronomisch nachvollziehbar. Mit diesen Größen lässt sich verlässlich rechnen. Dass der Monat aber nochmals in Wocheneinheiten geteilt wird, und diese eben sieben Tage beträgt, ist ein Produkt der semitischen Kultur. Meines Wissens nach lässt sich in der Astronomie keine beobachtbare Periode von sieben Tagen ableiten.


    Im Zuge der französischen Revolution wurde ganz im Geiste des Antikatholizismus der Französische Revolutionskalender geschaffen. Zwar gab es auch hier 12 Monate zu je 30 Tagen - doch diese wurden in 3 Perioden zu je 10 Tage eingeteilt. Die 7-Tage-Woche war in Frankreich von 1789 bis 1805 verschwunden.

    Was ich ein wenig schade finde, ist die fehlende Fortsetzung der Mythen. Mit der Christianisierung der germanischen Gebiete (und auch der Kelten, Römer, etc.) hörte der Organismus der Mythen-, und Sagenbildung und somit auch der Mythologie im Allgemeinen auf zu existieren.
    Wissen wir eigentlich wie alt die Vorstellung von Ragnarök ist? Zwar bin ich kein Geschichts-, oder Kulturwissenschaftler, dennoch bin ich mir sicher, dass die Geschichte um Ragnarök organisch im Laufe eines relativ großen Zeitraums entstanden ist. Sicherlich gab es auch regionale Unterschiede, möglicherweise sogar ganz andere Ende-der-Welt-Vorstellungen in anderen Ecken der germanischen Oikomenea, die bis in unsere Zeit nicht überlebt haben. Insofern ist es schade, dass der Strang an Leben und Fortbildung ab dem 4. Jhd. fortwährend abstarb, und uns heute nur mehr die Erinnerung an einen lebendigen Körper an Volksgeschichten übrig bleibt.
    Es wäre wünschenswert (und möglicherweise ist es auch utopisch) wenn sich dieser Organismus eines Tages wieder zum neuen Leben aufrichtet und weiterbesteht, fortbesteht und sich entwickelt. Denn das ist Polytheismus doch, nicht wahr? Eine lebendige Tradition, kein festgeschriebenes Wort.

    Guten Morgen, verehrte Versammlung!


    Dieses Forum ist grandios: einerseits aufgrund seiner Wertigkeit in Sachen Inhalt und andererseits angesichts der schier unendlich wirkenden Masse an Informationen.


    Ned schlecht, Herr Specht!


    Wünsche euch einen schönen Tag! :)

    Gestatte eine Frage: Bist Du Stoiker?

    Vielen Dank! :)

    Mein Name verrät zu viel. Ja, ich fühle mich durchaus der späten stoischen Lehre und möglicherweise aufgrund dessen der Religio Romana sehr stark verbunden.
    Ob ich aber ein wirklich praktizierender Stoiker bin, und was das letztendlich exakt sein soll, weiß ich nicht so recht.


    Liebe Grüße dir!

    Ja, das ist definitiv der Kern sämtlicher Mythologie. Odin will das ihm offenbarte Schicksal verhindern, erfüllt es gerade damit aber. Thor verliert in der Geschichte von Utgardloki u.a. gegen die Personifizierungen von Zeit, Meer und Wildbrand. Die Nornen sind nach Snorris Schilderungen auch eher wie die Feen im Märchen von Dornröschen zu verstehen. Es gibt viele von ihnen, wohlmeinende und übel wollende und das Schicksal eines Menschen ist das Resultat dieser Mischung.

    Auch z.B. in der Ilias streiten die Götter untereinander und werfen ihre Günstlinge hin und her, ohne dass einer den anderen vollkommen schützen könnte.

    [...]

    Danke erst einmal für die ausführliche Antwort! 🙂


    Nun bin ich leider verwirrter als zuvor - das ist aber nicht deine Schuld, es liegt an meinem Missverständnis.

    Die nordischen Mythen und Sagen haben eindeutig kulturellen Wert - aber sie bildeten und bilden die Realität nach - zumindest ist das mein Verständnis von "Religion". Wenn nämlich die wahren Naturen Odins und Lokis nicht aus den alten Schriften mit Verlass zu entnehmen wären, dann hätte die Edda einen Status wie die Geschichten von Wilhelm Busch: durchaus wertvoll, aber über die wahre Natur von Max und Moritz, ja geschweige denn ob sie überhaupt existieren (ob nun transzendent oder immanent sei dahingestellt) könnte das Buch mit dem schönen roten Bucheinband nicht erläutern. Wie denn auch, es erhebt ja gar nicht den Anspruch, das zu tun, sondern es möchte wertvolle Geschichten vermitteln. Verbessere mich bitte wenn ich falsch liege, aber der hintergründige Zweck der alten nordischen Sagen und Mythen liegt nicht darin uns zu unterhalten, sondern uns Realität und Sinnesfindung zu vermitteln.


    Und vielleicht liegt auch genau darin mein Verständnisproblem, wenn du sagst, dass alte Religionen keine "festgefügte" Theologie besitzen. Woran liegt das? Weil man sich selbst die Welt zusammenbaut, wie sie einem gefällt? Oder weil man die Texte von Snorri nicht ernster nimmt als jene von Wilhelm Busch? Oder aber weil die Göttergeschichten keine Realität abzubilden versuchen, sondern moralische und kulturelle Werte vermitteln wollen?


    Anders gefragt:

    Gibt es einen Anspruch auf unabhängige Wahrheit in Asatru?


    Liebe Grüße,

    Zenon

    Hallo in die Runde!


    Eine Sache, die mich besonders interessiert, ist euer Verständnis der Götter in metaphysischer Hinsicht.


    In den christlichen Gemeinschaften glaubt man an einen unbegrenzten, immateriellen Gott. Seine Allmacht begründet die Grenzenlosigkeit und dies scheint auch plausibel zu sein.

    Im Polytheismus wirkt das jedoch schwer möglich zu sein. Ein Gott/eine Göttin des Heidentums ist wohl begrenzbar auf seine/ihre endliche Macht und auch auf die Attribute, die dem jeweiligen Gott zugeschrieben werden.

    Meine erste Frage also ist: Sind die Götter begrenzt in ihrer Macht, dh. sind sie manches Mal auch unfähig, unsere Anliegen zu erfüllen?


    Meine zweite Frage behandelt die Natur der Götter. In christlichen Gemeinschaften ist Jahwe ein immaterieller Gott, er ist Geist, wenn man so will. Deswegen kann er grundsätzlich überall an jeder Stelle sein. Auch in seiner Natur ist er vollkommen unbegrenzt und an keine Eigenschaften der Natur gebunden.

    Wie ist das mit den germanischen Göttern? Sind sie materielle Wesen, die an materiellen Orten leben, die wir nicht erreichen können? Oder sind sie Geist, sodass sie jederzeit Einfluss auf die "materielle Ebene" nehmen können? Oder aber sind sie für euch nur Konzepte höherer Ideen, etwa der Naturgewalten und personifizierte Ideale wie Mut, Liebe, Leidenschaft, etc.


    Ich bin mir sicher, dass sich die persönlichen Ansichten hier unterscheiden werden und genau daran habe ich Interesse: an eurem persönlichen Verständnis. Hinfort mit der Orthodoxie! ^^



    Freue mich auf eure Antworten,

    Zenon