Beiträge von Kret

Schon gewusst…?

Allsherjargode (Allsherjargoði) ist eine isländischer Titel. Das es diesen Titel im germanischen Glauben außerhalb Islands gab, ist sehr unwahrscheinlich und nicht belegt.

    (Crodo/Krodo war eigentlich auch kein wendischer, sondern ein altsächsischer Gott ... und eigentlicheigentlich wohl eher eine Art Pseudogottheit... Ein germanisches Pendant zum griechisch-römischen Kronos-Saturn, wie mir scheinen will...)

    Krodo ist in erster Linie eine Erfindung des späten 15. Jahrhunderts.:ugly:


    Der Autor der Sachsenchronik behauptet, Julius Cäsar habe den Bau von sieben "Burgen" im Sachsenland (das zu dieser Zeit, in Ermangelung sächsischer Kultur, noch nicht das Sachsenland war;)) veranlasst, von denen jede einem römischen Gott geweiht worden sein und eine Statue dieses Gottes enthalten haben soll.

    Eine dieser "römischen Burgen" soll die Harzburg gewesen sein (unter Heinrich IV 1065-1068 errichtet), ihr Gott der Saturn, und die Einheimischen (zu Zeiten Cäsars immernoch keine Sachsen^^) sollen diesen römischen Saturn angeblich Krodo genannt haben.


    In Wirklichkeit hat sich "Conrado Bothone" damit nur lokale, mittelniederdeutsche Fluchwörter wie "krodenduvel" (Kröten-Teufel) zu erklären versucht, was das ganze nur noch deutlicher als Erfindung des Autors enttarnt, da wir im Altniederdeutschen/Altsächsischen dieses Tier nämlich nachweislich als "bofo" kennen.


    Ich verweise erneut auf den sehr ausführlichen Artikel von Wolfram Janzen, hier online, jedoch ohne Abbildungen zu finden (Seite 31-47):

    https://books.google.de/books?…gLEAM#v=onepage&q&f=false


    Hier noch eine überarbeitete Version von 2020, diesmal auch mit Bildern:

    https://harzburg.blogspot.com/…in-sachsengott-krodo.html

    Die französischen Normannen nicht zu vergessen.

    Doch, doch, die darf man ruhig vergessen. ^^

    Mit dem Einfall der Normannen 1066 endete die angelsächsische Periode, seit diesem Zeitpunkt beginnt die Unterteilung in "englische" (der Grundstein für eine "englische Nation" wurde ja schon über hundert Jahre zuvor durch König Aethelstan gelegt) Unterschicht und normannische Elite (Aristokratie und Klerus).

    Auch wenn die (christliche) angelsächsische Kultur in der unteren Gesellschaftsschicht weiterhin Bestand hatte, übernahm sie dennoch keine heidnischen Einflüsse von den (christlichen) Normannen und für die (zu dieser Zeit ebenfalls bereits christlichen und fleißig missionierenden) Sachsen haben Quellen nach 1066 keine Relevanz für das zweihundert Jahre vorher zerschlagene Heidentum (Stellinga-Aufstand 841-845).

    Werden auch die Angelsachsen dabei berücksichtigt?

    Im Bezug zur "sächsischen Mythologie" haben Angelsächsische Quellen nur dort eine Aussagekraft, wo sie uns altsächsische Quellen bestätigen (z.B. bei der Existenz Saxnôts als ae. Seaxnêat). Ansonsten kann man aus ihnen alleine keine direkten Rückschlüsse auf die altsächsischen Verhältnisse ziehen, es handelt sich bei den Angelsachsen immerhin um eine nordseegermanische Mischkultur mit zusätzlichen keltischen, römischen und, durch das Danelag, auch nordischen Einflüssen.

    Der störende Punkt ist die "sächsische Mythologie", die haben wir nämlich nicht abseits vom sächsischen Taufgelöbnis, dem Heliand, dem Hildebrandslied und einigen weit verstreuten Andeutungen. Und in keinem davon hat der Schwan irgendein klares, mythologisches Gewicht.


    Der Mann kommt durch die Bank weg mit (schlecht recherchierter) nordischer Mythologie, die sowohl räumlich, als auch zeitlich völlig am Thema das Kapitels "Religion der Sachsen" vorbeischießt.

    "Auf dem Weg nach Walhall. Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod" von Dr. Wilhelm Gebers

    Genug für heute von Wotans "weisem Adler Orn" und der "hässlichen, halbbehaarten" Hel. Leider konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen, welcher Götterhengst dem Donar zugeschrieben wird oder welche Bedeutung dem Schwan in der "sächsischen Mythologie" zukam, lässt sich ohne Quellenangaben so schwer nachvollziehen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag.


    Lesen macht mittlerweile keinen Spaß mehr. ;(

    Der Lunisolarkalender der Germanen hatte zwar zwölf Monde, aber diese wurden in das Sonnenjahr integriert, da ein reiner Mondkalender, meines Wissens nach, dreizehn Monde zu je achtundzwanzig Tagen* hat.

    Der Luni-Solarkalender der germanen hatte 12 oder 13 Monate. In der germanischen Variante des Schaltjahres wird ein zusätzlicher Sommermonat nach Mittsommer eingesetzt, wenn in die Zwölften/Rauhnächte ein Neumond fällt.

    Wenn dich das Thema interessiert kann ich dir nur wärmstens "Der gebundene Mondkalender der Germanen" von Andreas E. Zautner ( Eirikr ) ans Herz legen. Das geht viel genauer und besser sortiert auf die verschiedenen Kalender ein, als das hier möglich ist.^^


    https://www.amazon.de/gebunden…ne+Mond%2Caps%2C98&sr=8-1


    Hier mal ein Thread mit Inhaltsangabe vom Autor:

    Der gebundene Mondkalender der Germanen

    Korrektur: in den Annalen steht "Pesach", Ostern wäre der germanische Begriff.

    Kaiser Karl bezog sich beim neuen Jahr aber auf die christliche Zeitrechnung, auf die man sich irgendwann im fünften Jahrhundert, oder so, auf einem Konzil geeinigt hatte.

    In den Alpenregionen, gibt es immernoch den Begriff Hochneujahr (oder auch Bauernneujahr, glaube ich) bzw. Perchtentag, für den ersten Tag, nach den Rauhnächten.

    Schon allein, das diesem Tag, die Perchtennacht vorraus geht und das sich altes Brauchtum, auf dem Land ja auch länger hält, sind für mich Indizien dafür, das dies der altgermanische Jahresbeginn seien dürfte.

    Christlicher Jahresbeginn war der 1. Januar, mit dem julianischen Kalender übernommen vom römischen Reich, aber selbstverständlich gab es je nach Region, Volk und Zeit unterschiedliche Daten. Es Gab zwar ein Konzil, das konfessionsübergreifend die Berechnung des Pesachdatums festlegte, aber eines, auf dem Pesach als Jahresbeginn festgelgt worden sein soll, existiert nicht.


    Für die germanischen Wurzeln des "Hochneujahr" werden zwar regionale Bräuche angeführt, diese stehen aber immer in Verbindung mit den Rauhnächten oder dem darauf folgenden Jul-Datum (Mittwinter, erster Vollmond nach den Zwölften). Das germanische Jahr teilte sich in Sommer und Winter; in der Mitte des Winters (nochmal: Mittwinter) anzufangen, das neue Jahr zu zählen ergibt keinen Sinn, man zählt schließlich das ganze Jahr und nicht "Vierteljahr-Halbjahr-Vierteljahr".

    Wahrscheinlicher ist, dass die Bezeichnung "Hochneujahr" aus einer Verbindung des römischen 1. Januar als Neujahr und dem frühchristlichen Termin des 6. Januars als Christi Geburt (später Epiphanias/Dreikönigstag) und dem im althochdeutschen Sprachgebrauch immer noch vorhandenen Begriff "Hochzeit" für Feiertag hervorging.

    Perchtenläufe sind Rauhnachtsbrauchtum (also vor Mittwinter gelegen), der erste Januar als Neujahr ein römischer Kalendertag. Die Perchtenläufe als Indiz für einen germanischen Neujahrstag auszulegen ist damit selbsterfüllenden Prophezeiung ("Perchtenlauf zum germanischen Neujahr" weil "römisch-christliches Neujahr zu Perchtenläufen").


    Bei den Römern galt vor der Übernahme des julianischen Kalenders der erste März als Neujahrstag. Dieser sogenannte Märzstil sowie der sog. Paschalstil (Jahresbeginn zu Pesach/Ostern [siehe oben]) sind Überbleibsel der früheren Lunar- und Luni-Solarkalender und damit nicht christlichen Ursprungs.

    Märzstil und Paschalstil finden wir bei diversen germanischen Völkern vor allem in den Frühjahren ihrer Christianisierung (Merowinger/Franken, Langobarden) und teilweise bis weit in die frühe Neuzeit hinein (Norweger, Schweden, Dänen, Isländer).

    ...

    aber Oster z.B. fällt nicht zur Tagundnachtgleiche (obwohl diese natürlich Vorraussetzung für das Osterdatum ist, zusammen mit dem Vollmond).

    Schön, wieder von dir zu lesen. :bussianim:

    Das germanische Ostern/Ostarûn fällt mit dem hinduistischen Termin für Hanuman Jayanti/Janmostav/Janam-Ustav oder (lustigerweise) dem jüdischen des Pesach zusammen.


    Da die Perser/ Iraner, ja ein indoeuropäisches Volk sind, könnte es auch tatsächlich, ein Hinweis darauf sein, wie das hierzulande einst gehandhabt wurde.

    Die Germanen kannten die Sommer- und Wintersonnenwende. Für erstere gibt es jedoch keinen belegbaren Hinweis auf eine nennenswerte kultische Begehung, während letztere das Datum der altenglischen Môdraniht oder Nacht vor den Zwölften (und damit quasi deren Startschuss) darstellt.

    Eine Frühjahrsfeier zur Equinox ergibt für den germanischen Bereich keinen Sinn, da das Jahr erst mit Ostern begann (ein "Frühjahr" vor Jahresbeginn wäre ein Spätjahr). Quelle dafür sind unter anderem die verschiedenen spätmittelalterlichen Runenstäbe sowie Chroniken aus der Zeit des Glaubenswechsels, z. B. die fränkischen Reichsannalen:

    Zitat von fränkische Reichsannalen 772-773

    ... Hier verhandelte er (Kaiser Karl) mit den Sachsen, nahm zwölf Geiseln und kehrte zurück ins Frankenreich.

    Er feierte Christi Geburt bei Herstal und auch Ostern und die Jahreszahl wechselte zu


    773


    Das Alles soll nicht heißen, dass weder die Sommersonnenwende, noch die Frühlings- oder Herbst-Tag-und-Nachtgleiche gar keine Relevanz hatten. Beispielsweise fällt die Sommersonnenwende immer in die Wochen des isländischen Allthings (Kalenderregel: "zehn Wochen nach dem Sumarmál/Varblót") oder des norwegischen Eyrathings (Kalenderregel "zwei Wochen vor der Johannismesse"), es fehlt lediglich ein Nachweis für die Relevanz des Sonnendatums für die Berechnung dieser Zeitpunkte (auch wenn diese für das Eyrathing wahrscheinlich ist).


    Durch eine Petition (-WER nimmt sich ernsthaft Zeit für so etwas:facepalm:??) haben Aktivisten die Macher unter Druck gesetzt, damit bei Peppa Wutz ein gleichgeschlechtliches Paar eingeführt wird...

    Uh, uh, uh... wollen wir eine Petition starten, damit eine muslimische Figur eingeführt wird, die Peppa nicht mag?:ugly:

    Ich denke da an einen Wolf im Schafspelz.:P

    Bronzeeimer von Sasendorf


    Diese zur Urne umfunktionierte römische Situla 2006 in einem Gräberfeld des 1.-2. Jahrhunderts nahe Bad Bevensen entdeckt. Untersuchungen der Leichenbrandreste ergaben, dass darin ein 60-70 jähriger Mann aus des 2. Jahrhunderts beigesetzt wurde. In der Urne befanden sich dazu noch Grabbeigaben in Form eines Goldrings, eines Knopfes aus Kupfer, Nägeln, einer Schere, eines Messers, Knochennadeln, zweier Fibeln und über hundert Schmelzfragmenten aus Kupfer (Überreste der Kremierung).

    An der Außenseite des Eimers befinden sich darüber hinaus Anhaftungen pflanzlicher Gewebereste, was darauf schließen lässt, dass die Urne vor der Beisetzung mit Leinentuch umwickelt wurde.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Bronzeeimer_von_Sasendorf


    Bronzeeimer_von_Sasendorf_in_Halterung_von_oben.jpg

    Korrektur:

    Zitat von Kret

    Kap. IV.

    Vom Blóten

    Niemand mag anrufen (haita) weder (huathci/huatki) einen Wald oder Hügel (hauga, auch Grabhügel), oder heidnischen Gott; weder ein Wîh (vi) oder eine Einhegung (stafgarþa, "Stab-Garten").

    Manchmal hilft es, jemanden zu fragen, der die Sprache spricht.^^