Beiträge von Kret

Schon gewusst…?

Bei Asatro handelt es sich um einen dänisch-schwedischen Neologismus bestehend aus asa, dem Genitiv Plural von dänisch æser bzw. schwedisch äser „Ase“ und tro „Glaube“. Das nordische Wort tro ist etymologisch verwandt, doch nicht bedeutungsgleich mit dem deutschen Wort Treue sowie dem englischen Wort truth „Wahrheit“. Der Begriff Asatro taucht erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Schriften der skandinavischen Nationalromantiker auf.

    Da schafft man es endlich wieder zu den Externsteinen und selbstverständlich muss irgendein Westentaschenschamane auf dem Grottenfelsen rumtrommeln. :facepalm:

    Das wäre die Gelegenheit gewesen... ein kleiner Schubs...:cookie:

    Obwohl die Ukraine nicht direkt zum Imperium gehörte, waren zu Zeiten des Augustus die Krim und die gesamte Küste des asowschen Meeres von Rom abhängige Gebiete und dementsprechend auch dessen Einfluss ausgesetzt.

    Inwiefern dass auch die Religion beeinflusste weiß ich leider nicht, aber die Römer waren garantiert weit vor den Slawen in dieser Region.

    Habt ihr das auch, so spontane kleine Erkenntnisse des Alltags?

    Ich habe heute mit einem Millionärspaar gesprochen.8|

    Also, die kochen auch nur mit Wasser, aber das ist mir halt gerade erst bewußt geworden.^^

    Ableitungen von Wz. *mē- "messen" ...


    Weiß jemand, was mit dem Kürzel "Wz." gemeint ist? Wohl eine Sprache, eine alte. Auf die Schnelle bei Google nichts gefunden.

    Ich denke, es steht eher für "Wurzel". Die zu Grunde liegende Wortwurzel wird ja im proto-indo-europäischen *meh₁- (messen) vermutet.


    Das Wort ist uns als männlich bekannt, doch hat es dazu auch eine weibliche Form gegeben, nämlich mittelhochdeutsch diu mâne; sie ist in Westfalen noch anzutreffen: die måne."

    Allerdings wage ich es erneut, im Bezug auf die niederdeutsche Sprache (Westfälisch) zu widersprechen!:D

    Auch im Westfälischen (so seltsam es auch zu lesen ist) ist der generelle Artikel "de" sowohl für "der" als auch für "die" geläufig.

    Die oben angeführte Form "Måne" findet sich dazu nur im Ravensbergischen und gilt sogar für plattdeutsche Verhältnisse als ungegendert. Es gibt schon Formen, die das Femininum bilden, beispielsweise im Sauerländischen "Mōne", diese bilden aber die Ausnahme und stehen noch in der selben Mundart mehreren maskulinen Formen gegenüber (für das Sauerländische z.B. Mond, Mōn, Mōend und Mound).

    Es ist eher anzunehmen, dass die feminin klingenden Formen aus einer regionalen Eigenart (entweder durch Überbetonung eines End-n oder Unterbetonung eines End-d) entstanden sind.


    Dazu hat das Althochdeutsche "māno" auch noch die maskuline Form (genau wie As.: "māno") und erst im Wirrwarr des vom Kirchenlatein beeinflussten Mittelhochdeutschen (zu einer Zeit, in der auch noch jeder Schreiber seine Grammatik mit einem W20-Würfel ausknobelte) tauchen Femininisierungen wie "mâne" oder "mōne" auf... wohlgemerkt neben den maskulinen Formen "mān" und "mōn".

    Ach kommt, lest ihr nur Comics? :P

    Kommt drauf an. So aufmerksam, wie du deine Quellen?:P

    Das letzte was ich dazu gelesen habe war, dass ein paar Forscher davon ausgehen das Blutadern wirklich gemacht wurde und der Geblutaderte nicht sofort starb, sondern schon eine zeitlang was davon hatte.

    Zitat von Archäologie in Deutschland

    Ihre Analyse ergab, dass der Blutadler sehr wohl so durchgeführt worden sein könnte,...

    ...

    ...doch ihre Analyse zeigt, dass es anatomisch möglich ist, wenngleich es wahrscheinlich zum frühen Tod des Opfers geführt hätte.

    Und wie Grout schon sagte, fehlt jeglicher archäologische Beweis für die schriftlich geschilderte Praxis.

    Man geht zwar davon aus, dass der Blutaar praktiziert wurde...

    War vielleicht ein wenig falsch formuliert, aber ist ja auch schon 12 Jahre her.

    Dazu will ich aber Nachweise außerhalb der Rangnar-Saga, denn weder historisch, noch archaeologisch ist mir nichts bekannt. (:

    Sagen wir lieber, wenn es praktiziert wurde, dann eher wie es im Video geschildert wird.^^

    Nachweisen wird sich soetwas wohl kaum lassen. Genauso wenig, wie beispielsweise die in die Bäume gehängten Opfer in Uppsala oder nach der Varusschlacht.

    Das letzte was ich dazu gelesen habe war, dass ein paar Forscher davon ausgehen das Blutadern wirklich gemacht wurde und der Geblutaderte nicht sofort starb, sondern schon eine zeitlang was davon hatte.

    Tut mir leid, aber nach meinem Kenntnisstand, würde man wohl ganz schnell krepieren, wenn die Lungenflügel nach aussen hängen!

    Vielleicht ist diese Ansicht aber auch schon längst überholt.

    Ihr habt beide recht!:*


    Man geht zwar davon aus, dass der Blutaar praktiziert wurde, allerdings gilt die überlieferte Variante als nicht praktikabel. Zum einen, weil man bei der geschilderten Prozedur wahrscheinlich sogar am Schock stirbt, zum anderen weil Lungenflügel halt nur aussehen wie Flügel, solange der Brustkorb unter Unterdruck steht. Öffnet man den Brustkorb, fällt der Lungenflügel auf ein drittel seiner Größe zusammen, was nach außen gezogen nicht mehr sonderlich imposant wirkt.

    Der "moderne" Ansatz ist, dass stattdessen die Muskelstränge unterhalb der Schulterblätter durchtrennt wurden. Dadurch lassen sich Letztere nämlich ohne großen Aufwand nach oben klappen und bilden damit die "Flügel", ohne das der zu Bestrafende zwangsläufig hops geht.... also habe ich in einer Doku gesehen.:ugly:


    Ich schau mal, ob ich die im Netz finde und stelle sie dann in den Foltermethoden-Thread.;)

    Warum ist es denn verkehrt, die Anhänger der Wanen, als bäuerlichen Fruchtbarkeitskult zu sehen?

    Es geht nicht um die Anhänger (vor allem nicht die heutigen), sondern um die Aufteilung der nordischen Göttergeschlechter in eine generell als kriegerisch geltende (Asen) und eine generell für Fruchtbarkeit und Mehrung verantwortliche (Wanen) Gruppierung.

    Thor, der ebenfalls Fruchtbarkeitsmehrende Aspekte aufweist, fiele damit den Wanen zu (genau wie Fulla, Gná, Eir, Sjöfn, Lofn, Idun, Odin, Lodur, Rig und, wäre er kein Jöte, auch Loki), während Freyja als primäre Anlaufstelle der Einherjar, Freyr, der seine kriegerischen Aspekte nur temporär von der Werbung Gerdas bis Ragnarök (auch wenn er im Kampf fällt) aufgibt und Njörd als Gott des Meeres und mit der für den Vorgang der Wiking wichtigen Schiffahrt verbunden allesamt generell als Asen gelten müssen, unabhängig von ihrer mythologischen Aufnahme in dieses Geschlecht.

    Denn in der Völúspá werden die Wanen sogar in ihrer Gesamtheit als Kampfkundig beschrieben und es gelingt ihnen sogar, Asgards Wall zu durchbrechen. Für ein generelles Kriegsgöttergeschlecht, sind die Asen demnach ziemlich schlecht darin, Krieg zu führen.:ugly:


    Dazu sind die Wanen als eigenständiges Göttergeschlecht lediglich im wikingerzeitlichen Skandinavien zu verorten. Für die germanische Früh- und Völkerwanderungszeit gibt es für sie keinerlei Belege.

    Kleine Berichtigung!

    [Nachweis des Wanengeschlechts bei den Südgermanen bleibt dagegen aus]

    Das gesteht er im nächsten Abschnitt gewissermaßen (jedoch immer noch unter der Fehlerhaften Wanen/Bauern-Gleichsetzung) doch ein:

    Zitat von Alexander Rubel

    Eventuelle Entsprechungen der Fruchtbarkeitsgottheiten wie Njörd, Freyr und Freya sind in Mitteleuropa zur römischen Kaiserzeit oder im Frühmittelalter nicht zu identifizieren.

    Religion und Kult der Germanen von Prof. Dr. Alexander Rubel.

    Ich halte es kurz und bündig, für eine ausführliche Rezension fehlt es mir an Zeit und Laune.

    Wer mit dem Gedanken spielt, sich dieses Buch zuzulegen, sollte lieber zu einem der Folgenden greifen:


    "Religion und Mythologie der Germanen" von Rudolf Simek


    "Die Religion der Germanen: Götter Mythen Weltbild" von Bernhard Maier


    War ein netter Versuch und ich will die Arbeit, die Rubel hier hineingesteckt hat (oder seine Fachkompetenz auf anderen Gebieten) auch gar nicht kleinreden, aber insgesamt schaffen die jeweiligen Werke von Simek und Maier es besser, dem Leser die literarische und archäologische Quellenlage näher zu bringen. Rubel beansprucht zwar, dass der Fokus der vorliegenden Arbeit "auf den frühen Epochen der germanischen Geschichte, etwa bis zum Ende der Sogenannten Völkerwanderungszeit" liegt, schafft es aber selbst nicht diese vom Norden zu trennen. Das ist im Hinblick auf die Quellenlage nicht verwunderlich, aber zu oft verlässt Rubel sich ausschließlich auf den nordischen Sachverhalt. Im Thema "Heiligtümer" lässt er beispielsweise belegbare südgermanische Eigenheiten wie die Bezeichnungen alah/eolh/alhs für Tempel und sogar archäologische Funde (Yeavering Gebäude D2 oder den Kultbau bei Tisso) unter den Tisch fallen, um mithilfe der Doppelbedeutung des altnordischen "hof" als Heiligtum und Wohnstätte die von Tacitus geschilderte Tempellosigkeit der Germanen als kontinuirlich darzustellen.

    Dazu trennt er auch die althochdeutsche Frija, wie oben befürchtet, nicht von der nordischen Frigg (etymologisch richtig, "funktional" falsch) und fällt auf mittlerweile überholte Analogien zurück (Ymir=Tuisto; Asen=Krieger, Wanen=Bauern [Nachweis des Wanengeschlechts bei den Südgermanen bleibt dagegen aus]), legt Festdaten falsch fest (Bedas Modranicht ist seiner Meinung nach Anfang Februar; keine Erklärung!?), verallgemeinert, relativiert und spekuliert an den unpassendsten Stellen.

    Und immer wieder zwischenhiebe auf die Neuheiden, die in rechts-esoterischen Verlägen oder, noch schlimmer, im Internet (ich zitiere:) "ungestraft" ihre kruden Theorien über ihre "Phantasiereligion" verbreiten.:D

    Solche Aussagen jucken mich eigentlich nicht, im Gegenteil sogar: Ich stimme ihnen meistens zu! Aber gerade von jemandem, der speziell im Kapitel "Tod und Jenseits" weniger nennenswertes zusammengetragen hat, als man in diesem Forum finden kann (klar setzt das auch suchen und Quellenkritik voraus!!), ist das einfach nur lächerlich.
    Erinnert mich an einen Kinderspielplatz: Timmy ist hingefallen und weint, und weil plötzlich keine Sau mehr der kleinen Susi Beachtung schenkt, weint sie auch, nur doller.


    Und ich habe noch drei Kapitel vor mir.:facepalm: