Beiträge von Haganrix

Schon gewusst…?

Walhall (altnord. Valhöll ‚Wohnung der Gefallenen‘), auch Valhall, Walhalla oder Valhalla, eventuell verknüpft oder identisch mit dem Götterpalast Valaskjalf, ist in der nordischen Mythologie der Ruheort der in einer Schlacht gefallenen Kämpfer, die sich als tapfer erwiesen haben, der sogenannten Einherjer.

    Freundschaft ist immer besser als Unterwerfung. Also sind die heidnischen Götter wohl doch die richtigen.


    Diese Erfahrung hast also auch Du gemacht. Solche "Schlüsselerlebnisse" sind ganz wichtig! Und in der Tat, hier liegt ein ganz wesentlicher Unterschied des Heidentums zu den drei Verkündungsreligionen. Im fulltrùi, der persönlichen Vertrauensgottheit, die Mittelmeerheiden sprachen von patrones, kommt das auch praktisch zum Ausdruck. Dein fulltrùi wird dich irgendwann finden, oder Du wirst ihn finden. Um dir ein Beispiel zu geben: Viele nordische Heiden vertrauen Thor, Julian verehrte Helios, zahlreiche Frauen haben eine persönliche Göttin. Die kanadische Gydia (Priesterin) Mist hat dazu ein Buch geschrieben: Fulltrùi, Patrons in Asatru, erscheinen im englischen Immanion-Verlag.

    Für die nachfolgende Information habe ich René Piehl aus dem Forum "Die Wiege der Götter" (in facebook) zu danken:





    GÖTTER DER SACHSEN (richtig: Götternamen der Sachsen)


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    Von oben links nach unten rechts:
    Sunna (Sonnengöttin)
    Sinthgunt (evtl. Mondgöttin)
    Eostre (Frühjahrsgöttin)
    Baldag (Lichtgott)
    Wuldor (Waldgott)
    Hengist (Schutzgott)
    Horsa (Schutzgott)
    Fol (Fruchtbarkeitsgott)
    Folla (Fruchtbarkeitsgöttin)
    Frija (Muttergöttin)
    Woden (Gott der Geisterwelt)
    Thunar (Gewitter-Gott)
    Sahsnot (Rechts- und Stammesgott)
    Iring (Wächtergott)
    Krodo (Saat- und Jahreskreisgott)




    Richtigerweise müßte natürlich von Götternamen die Rede sein, denn Thunar ist kein anderer als Thor, Frija ist Freya, Sahsnot ist Tyr, der Mars Thingsus bei Tacitus in seiner Schrift Germania, Baldag ist Baldur. Besonderer Vorstellung bedarf Woden wohl nicht. Da wir ja ethnisch eher mit den Sachsen als mit den Isländern, - gegen welche im Übrigen gar nichts sagen möchte - verwandt sind, sollten uns die Namen doch schon interessieren.


    Es sind, wie 'Nadel und Faden' im Zusammenhang mit den hellenischen Götternamen (im Forum Wodanserben.de) so prägnant formuliert hat, "dieselben Götter, nur mit den Augen eines anderen Volkes".

    Wir haben das Heil, mal mehr mal weniger. Wir brauchen keine Erlösung. Und wir brauchen nicht zu den Göttern finden, denn wir sind schon mit ihnen zusammen.


    Ja und nein, daß die Götter mit uns verbunden sind, sehe ich auch so. Aber Du hast auch die Hamingja angeführt. Hamingja heißt zwar wörtlich etwa so viel wie "Seelenhauch", bedeutet aber im weiter verstandenen Sinne das Heil, welches der Einzelne über seine Sippe empfängt. Und da wird es für den Suchenden schwierig, denn seine Sippe war über viele Generationen christlich. Doch auch im Heidentum gibt es so etwas wie eine Erlösung, denn wenn wir die Götter anrufen, zeigen sie sich uns, dem Einen im Wald oder hinter dem Haus, dem Anderen auf den Wegen des Verstandes. Und diese verschiedenen Wege hat es immer gegeben, wie der Philosoph Jamblichos in den Mysterien schrieb.

    Ich könnte jetzt rein rational entscheiden, das die Götter meiner Vorfahren mich wohl nicht verarschen, weil sie meine Vorfahren auch nicht verarscht haben.


    Lies mal Julians Briefe, auf deutsch in der Übersetzung von Lisette Goessler, Zürich 1971, erschienen im Artemis-Verlag.


    Oder die Schrift des Salustios Von den Göttern und der Welt, deutsche Übersetzung von Detlef Melsbach, Hamburg 2008, im Anhang zu seiner religionsvergleichenden Dissertation.

    Worauf ich hinaus will, ist folgendes: In heidnischen Kreisen Deutschlands ist es unter >>einigen<< Leuten stark Brauch geworden, sich permanent über Christen und Kirche aufzuregen. Verständlicherweise - durchaus, aber ich meine: Es muss doch mal genug sein! Die Taten, die wir den Christen vorwerfen liegen Jahrtausende zurück. Auch wenn einige schlechte Erfahrungen mit Schulreligionsunterricht vorweisen, ist das kein Grund andere Religionen anzufeinden.


    Nun ja, wirklich hart springen sie auch heute noch mit ihren eigenen Schäfchen um, und damit meine ich die Geschiedenen oder die Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern, Erzieher, Chorleiter, Lehrer, auch Chefärzte, in konfessionell gebundenen Einrichtungen. Ich rede hier nicht von Leuten, die aus der Kirche ausgetreten sind, sondern von solchen, die ohne Trauschein zusammenleben oder zwar einen haben, jedoch wiederverheiratet sind. Die wurden scharenweise gekündigt, obwohl sie ihre Arbeit ordnungsgemäß gemacht hatten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg meint dazu, so ginge es nicht, die Kündigungen verletzten das Recht der Betroffenen auf Privatleben. Deutschen Arbeitsrichtern ging das voll am Arsch vorbei: Die christlichen Kirchen hätten auch das Recht zu 'verkünden'; deshalb könnten sie verlangen, daß die Menschen gemäß ihrer Verkündigung leben würden.


    Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist keine Geschichte aus dem Mittelalter, sondern aus unserer Zeit!

    Das ist wohl doch die entscheidende Textstelle der Gegenwart (Quelle ist Radio Nachgefragt, wie oben):


    Nur drei Tage vor dem Weihnachtsfest des Jahres 1993 gab Papst Johannes Paul II. zu, dass das Fest nicht biblisch begründet ist. Was den 25. Dezember betrifft, 3 Radio-Nachgefragt Sendung vom 20.12.2006 - Welchen Ursprung haben Weihnachtsbräuche? räumte der Papst ein:
    In heidnischer Vorzeit wurde an jenem Tag der Geburtstag der ,unbesiegbaren Sonne‘ gefeiert. Den Christen erschien es logisch und naheliegend, dieses Fest durch die Feier zu Ehren der einzigen und wahren Sonne, Jesus Christus, zu ersetzen.“ Zitat Ende.



    P. S. Im Eldaring-Forum kann das gesamte Protokoll der Sendung unzensiert nachgelesen werden. Dafür, daß facebook hier nicht mitmacht und die Formate "zerschoßen" werden, kann ich auch nichts!

    scholar Philip A. Shaw (2011) comments that "the fact that Bede's modranect can be to some extent confirmed by the Romano-Germanic votive inscriptions to matrons does at least indicate that we should not be too quick to dismiss the other evidence he provides for Anglo-Saxon deities".


    Ich soll das übersetzen. Einverstanden!


    Philip. A. Shaw kommentiert, daß


    'die Tatsache, daß Bedas Mütternacht bis zu einem gewissen Grad den römisch-germanischen Votivinschriften zu Matronen zugeschrieben werden kann, nicht zuletzt anzeigt, daß wir nicht zu schnell die andere Erkenntnis, welche er für angelsächsische Gottheiten bereithält, verwerfen sollten'.



    In dem Wikipedia-Artikel heißt es doch ausdrücklich: "Regarding Bede's attestation, scholar Philip A. Shaw (2011) comments...". Bedas Nachweis selbst gibt also Raum für die andere Erkenntnnis!

    Und du weisst, dass derjenige den Beweis erbringen muss, der von der Existenz einer Sache ausgeht und nicht derjenige, der sie verneint, ja?


    Ganz richtig, und Du hast behauptet, die Matronenverehrung wäre ein reiner Ahnenkult! Das steht in Simeks Religion und Mythologie der Germanen, 2003, vollkommen anders! Da haben die Matronen die Namen von Göttinnen. Und bei einer reinen Ahnenverehrung würden doch wohl nicht ausschließlich Frauen verehrt, oder?


    Du geniesst es, dich zum Honk zu machen, kann das sein? "Bezwinger/in der Thursen" ist der Userrang, den man hier mit meiner aktuellen Beitragszahl automatisch zugewiesen bekommt, wenn man keinen eigenen einstellt.




    Diese Schwäche des Forenprogramms war mir allerdings nicht bekannt, Entschuldigung! Dennoch lohnt es sich darüber nachzudenken, ob die Götter derartiger Hilfen von menschlicher Seite bedürfen. Sind sie so schwach? Indes, so schwach wie die Edda Thor darstellt, als er versuchte, die Midgardschlange einzufangen? Sind die Götter so schwach, daß die Riesen ihnen auf der Nase herumtanzen können? Oder hat uns da jemand die Mythen verfälscht, so etwa ab 1000?



    Und ich sage ganz bewußt "wir". Denn alle indogermanischen Völker haben dieselben Götter. Die Griechen nennen Thor zwar Zeus, aber auch dort ist er der Herr der Blitze und des Donners, der Wahrer des Rechts und der Gerechtigkeit und des Maßes aller Dinge. Rudolf Simek vergleicht Thor mit Indra, stimmt! Wäre all dem nicht so, wären bereits die sächsischen Götternamen Hedewitts ganz andere Götter als die der Skandinavier? Würde das Sinn machen? Im Forum von Wodans Erben.de schreibt 'Nadel und Faden' über die hellenischen Götternamen:"Es sind dieselben Götter, nur mit den Augen eines anderen Volkes." Wäre dem nicht so, wie viele Himmel sollte es dann geben? Paralleluniversen?




    Der Quellenachweis zum Ausgangsthema wurde von facebook zensiert. Ich habe ihn, so gut es irgendwie ging, kopiert (Protokoll einer Sendung von Radio Nachgefragt aus dem Jahre 2006):


    -bearbeitet von HANGATYR...


    Grund: bei dieser Formatierung bestand akute Augenkrebs-Gefahr! (Bitte nochmals mit korrekter Formatierung schreiben!)

    hier ist der Link zum Protokoll der betreffenden Radiosendung aus dem Jahr 2006. Dort sind auch die einzelnen Lexika etc., aus denen die Zitate stammen, aufgeführt - auf Seite 3 der pdf-datei geht es los:
    http://www.facebook.com/l/sAQHO2-fIAQFJv…weihnachten.pdf


    Wie schon in dem anderen Beitrag geschrieben - es handelt sich um eine pdf-datei des Senders "Radio Nachgefragt" - hier der Link zur benannten Sendung - die Zitate von mir findest du auf Seite 3 des Dokumentes.
    http://www.facebook.com/l/MAQEuF-RQAQF37…weihnachten.pdf


    scholar Philip A. Shaw (2011) comments that "the fact that Bede's modranect can be to some extent confirmed by the Romano-Germanic votive inscriptions to matrons does at least indicate that we should not be too quick to dismiss the other evidence he provides for Anglo-Saxon deities".


    Wenn Du der englischen Sprache mächtig sein solltest, hast Du doch verstanden, was Philip A. Shaw sagt: Der Matronenkult schließt die Verehrung angelsächsischer Gottheiten nicht aus!
    Aber möchtest Du als selbsternannte Philosophin uns deine These, der Matronenkult sei ausschließlich Ahnenverehrung, vielleicht einmal historisch nachweisen?


    Worauf willst du hinaus?


    Na, daß Baldur gemeinsam mit Hödur die neue Welt regiert, steht doch in der Edda! Er kommt wieder, allerdings nicht, solange es Hel gibt. Ich halte den gesamten Weltuntergangsmythos für eine christlich eingefädelte Lüge, aber das ist ein anderes Thema. Nach meinem hellenistischen Verständnis gibt es keine Riesen, welche Götter töten können. Das halte ich für einen mittelalterlichen Blöff.


    Aber von mir aus kannst Du dich auch ruhig weiterhin selbst als 'Bezwingerin der Thursen' titulieren. Thor hat dieses Ziel nach der Snorra Edda bekanntlich nicht erreicht, oder ist dir das nicht bekannt? Swartaz Horsa hatte sich ja hier auch über eine längere Zeit hinweg als 'Asgards Ratgeber' in seinem Avartar bezeichnet. Wenn Ihr glaubt, daß die Götter so etwas nötig hätten, macht ruhig so weiter!


    P. S. Ich sehe gerade, daß die oberen beiden Seiten entfernt wurden. Über das Eldaring-Forum kommt man aber noch ran.

    Und steht da auch etwas über Hintergrund und Inhalt der Mütternacht? In Götter und Kulte der Germanen und seinem Lexikon der germanischen Mythologie jedenfalls schliesst er einen solchen Mythos aus - nicht zuletzt, weil Balder ja eben nicht aufersteht. Die Modraniht wird ausdrücklich zum Matronenkult und zum Disting gestellt.


    M?draniht - Wikipedia, the free encyclopedia


    scholar Philip A. Shaw (2011) comments that "the fact that Bede's modranect can be to some extent confirmed by the Romano-Germanic votive inscriptions to matrons does at least indicate that we should not be too quick to dismiss the other evidence he provides for Anglo-Saxon deities".



    Baldur kommt natürlich wieder, - nur eben nicht vor der Ragnarök -, aber das ist ein anderes Thema. Übrigens, bei der Zerstörung des Orakels von Delphi durch Christen, bei welcher die dort Eingeschlossenen umgebracht wurden, soll die Pythia (Priesterin) ausgeriufen haben, daß Apollon eines Tages wieder kommen wird und dann für immer bleibt. Und jetzt schau dir mal die eddische Schilderung der neuen Welt nach der Ragnarök, wo Baldur gemeinsam mit Hödur auf dem Götterthron sitzt!

    In dem facebbok-Forum Die Wiege der Götter diskutieren wir in dem Thread 'Noch 20 Tage bis Jul' die Einordnung der altenglischen 'modranight', also der 'Nacht der Mütter', in welcher Frigg den Lichgott Baldur gebahr. Das war am Tag der Wintersonnenwende. Und da es mit Isis und ihrem Sohn Horus kaum anders gewesen ist, fragte ich dort, ob die Christen uns den Mythos geklaut haben. Vom Teilnehmer Manfred Lohmann erhielt ich folgende Antwort:


    "Nicht Freya, sondern Frigg, die Gemahlin Odins, hat den Lichtgott Baldr geboren. Die beiden Göttinen werden gern verwechselt bzw. auch als eine Person angesehen. Frigg ist eine Asin, während Freya zu den Wanen gehört.
    Die zur Wintersonnenwnde gefeierte Mütternacht besagte eben, dass in dieser Nacht der Lichtgott Baldur geboren wird - was nichts anderes heißt, als dass die Sonne ihren tiefsten Punkt erreicht hat und nun wieder aufsteigt und der Welt neues Licht und damit auch Wärme, Fruchtbarkeit usw. schenkt.


    "Haben die etwa auch hier bei uns geklaut?" ... dazu hier eine Anmerkung, die vor einigen Jahren im Rahmen einer Sendung veröffentlicht wurden (Auszüge aus dem Protokoll - Zitat):


    "....In der katholischen Enzyklopädie ist zu lesen:“ Weihnachten gehört nicht zu den frühesten Festen der Kirche.“
    Und in dem Werk The World Book Encyclopedia heißt es:” Die erste Erwähnung des Weihnachtsfestes ist in
    einem alten römischen Kalender von 336 A.D. zu finden.“ Daraus ist ersichtlich, dass die Urchristen das
    Weihnachtsfest nicht kannten.
    Die gleiche Meinung vertritt Professor Ferguson gemäß seinem Buch The Religions of the Roman Empire Er
    schreibt:“ Die ersten Christen feierten den Geburtstag Jesu nicht; er war nicht überliefert.“ Und in der New
    Catholic Encyclopedia ist zu lesen: 'So unerklärlich es auch erscheint, das Datum der Geburt Christi ist
    unbekannt. In den Evangelien wird weder der Tag noch der Monat genannt.'...


    ... Eigentlich wird das Weihnachtsfest erst seit 354 gefeiert. In diesem Jahr erklärte Papst Gregor den 25.
    Dezember zum Geburtstag Jesu. Damit folgte er der frühen Kirchenpolitik, denn man hatte die Absicht,
    heidnische Riten mit den eigenen Festen zu vereinen. ....


    ... Nur drei Tage vor dem Weihnachtsfest des Jahres 1993
    gab Papst Johannes Paul II. zu, dass das Fest nicht biblisch begründet ist. Was den 25. Dezember betrifft,
    3 Radio-Nachgefragt Sendung vom 20.12.2006 - Welchen Ursprung haben Weihnachtsbräuche?
    räumte der Papst ein: „In heidnischer Vorzeit wurde an jenem Tag der Geburtstag der ,unbesiegbaren Sonne‘
    gefeiert. Den Christen erschien es logisch und naheliegend, dieses Fest durch die Feier zu Ehren der einzigen
    und wahren Sonne, Jesus Christus, zu ersetzen.“


    (Zitat Ende)


    In der Tat hat die kath. Kirche - nicht "die Christen", denn die Urchristen feierten ja Weihnachten nicht - hier ein ursprünglich heidnisches Fest "geklaut" oder übernommen, um ihre eigenen Ansichten und kirchlichen Ziele bzw. Lehren den Heiden "schmackhaft" zu machen. Weihnachten als Geburtsfest Christi ist eine reine Erfindung der kath. Kirche, die durch die rigerose Vorgehensweise und den Machthunger der damaligen Kirchenoberen das ursprünglich heidnische Fest verdrängte - das betraf aber nicht nur die germanische Mütternacht sondern auch die römischen Saturnalien usw."

    Also von den Heiden die ich bis jetzt kennen gelernt habe kannst Du zwei Drittel nehmen und in der Pfeife rauchen, meiner bescheidenen Meinung nach. Heidentum ist für mich eine Religion und keine Spielwiese für Leute mit psychischen und sozialen Spezialeffekten oder irgenwelchen Problemen die, dann bitte bitte schnell von Göttern oder Runen beseitigt werden sollen...


    Firnwulf, wenn das wirklich so ist, können wir dann unsere Aktivitäten einstellen? Weil es keinen Sinn mehr macht?

    Ich sehe ein Heidentum das noch mal in der Geschichte untergehen wird!


    Da sind wir beide allerdings derselben Meinung.


    Firnwulf hat ja an anderer Stelle geschrieben, daß zwei Drittel der Leute, mit denen er sprach, so eine Art schnelle Therapie suchen würden. In Wirklichkeit aber ist eine Religion mit Arbeit verbunden und keine "Spaßveranstaltung." Und wenn man das alles, wie Firnwulf ja angedeutet hat, nicht so richtig ernst nehmen sollte, ja, dann sehe auch ich den Untergang des Neuheidentums. Die Gezaiten und Wodanserben.de wird es dann allerdings noch geben. Vielleicht auch noch Celtoi, wenn auch nicht in Deutschland, Wiccaner, Religio Romana und natürlich Hellenisten. Aber alle, die sich hier nur in die Hängematte legen wollen und im Übrigen Spaß daran haben, Dinge zu zerreden, liefern die Grundlagen für den zweiten Untergang.

    Wahrscheinlich weißt Du, daß Augustinus vor seiner Hinwendung zum Christentum Manichäer war. Die heutige Römisch-Katholische Kirche ist ohne die manichäischen Importe durch Augustinus gar nicht vorstellbar. Augustinus wollte ja bei den Manichäern zur Elite gehören, aber er ist von ihr neun Jahre lang nur enttäuscht worden. Doch dann, bei den Christen, konnte er seinen Traum an der Spitze einer Hierarchie verwirklichen. Wenn ich das bloß Geza vermitteln könnte...aber nein, vorher würde mich Catrin total wegzensieren und löschen. Denn dort würde ein ganzes Weltbild zusammenbrechen.

    Das macht Sinn. Hast Du da einige Namen? Nicht zur Kontrolle, keine Angst, doch ich möchte einen Artikel oder ein Essay schreiben in welchem ich den griechischen Hephaistos mit dem germanischen Loki vergleichen will



    Loki - eine unvollständige Kopie von Prometheus?


    Die Altertums- und die Religionswissenschaft befassen sich schon lange mit der Wanderung der Mythen. Der im germanischen Sprachraum wohl am meisten behandelte Fall ist wohl die Wanderung der Verehrung Wodan/Odins nach Norden. Weitaus schwieriger sind die Fragen der "Wanderung" von Gottheiten dort zu klären, wo kein Kult vorhanden war. Ein deratiger Fall ist die Einordnung Lokis. Seit langem werden dabei kaukasische (ossetische) und griechische Mythen mit der Einordnung Lokis in die nordischen Mythen verglichen. Wegen der auffälligen Gemeinsamkeiten in allen drei Kulturkreisen, also dem germanisch-nordischen, dem kaukasisch-ossetischen und dem griechischen, ist dabei die Gestalt des Prometheus in den Fokus der Forschung gerückt. Dazu schreibt Jan de Vries:


    "Deshalb muß zugegeben werden, daß diese von mir versuchte Deutung der Loki- Figur (§§ 16, 251 - 297) nicht befriedigend ist. Hier zeigt sich das Grundübel einer Betrachtung, die die germanischen Götter zu einseitig aus den germanischen Überlieferungen selbst erklären will. Wenn wir, wie in diesem Falle, nicht einmal den Gott in irgendeinem Kult auftreten sehen, so bieten die mythischen Erzählungen in ihrer zertrümmerten Form keine genügende Grundlage einer Erklärung. Erst wenn es uns gelingt, durch den Vergleich mit Überlieferungen anderer indogermanischer Völker den Blick zu schärfen, können wir weiter kommen.
    G. Dumézil hat in seinem Loki-Buch diesen Weg gewählt, und es ist ihm gelungen, in den ossetischen Überlieferungen von Syrdon (s. § 434) eine Parallele zu finden. Die Osseten sind die Nachkommen der alten Skythen und gehören zu unserer Sprachfamilie. Hier gibt eine weitverzweigte Heldensage, die zahlreiche mythische Elemente enthält. er gelangt zu dem Ergebnis, daß Syrdon die Rolle eines dämonischen Wesens in einem Sonnenkult spielt, in dem die ewigen Momente der Geburt , des Todes und der Wiedergeburt den Grundgedanken bilden. Das stimmt also wesentlich zu Lokis Rolle in der Baldr-Tragödie, die damit zum eigentlichen Kernpunkt der Loki-Figur gemacht wird. Ich muß für die Beweisführung im Einzelnen auf Dumézils reichhaltiges Buch verweisen; sie gelangt so weit, als man mit den zu Gebote stehenden Mitteln kommen kann. Man kann hier natürlich nur von einer Möglichkeit reden, besonders weil die ossetische Parallele geographisch und zeitlich so weit abliegt und leider die Zwischen glieder bei anderen verwandten Völkern fehlen³.


    [small]3) Vernadski, Saeculum 2, 365 - 6 weist darauf hin, daß eine Entlehnung der Loki-Figur aus Sardon recht gut möglich ist, weil die Germanen (und zwar die Skiren und Bastarnen) schon im 3. vorchr. Jh. mit den Sarmaten in Berührung kamen. Man darf daher fragen, ob hier überhaupt eine Entlehnung anzunehmen ist; vielmehr muß man an eine Urverwandtschaft denken.[/small]


    Wenn wir aufgrund dieser Erklärungshypothese Lokis Charakter zu bestimmen versuchen, so formuliert Dumézil ihn als den gefährlichen impulsiven Verstand, der leicht auf Abwege gerät und dann lebensvernichtende Folgen haben kann. Er stellt ihn in dieser Hinsicht dem Gotte Hoenir gegenüber, der das langsame, genau überlegende Denken ausdrücken sollte (s. § 510). es ist, wie Dumézil selbst schon hervorgehoben hat, überraschend, daß solche Gegensätze des Denkens in der Mythologie eines so unphilosophischen Volkes wie der Germanen einen Ausdruck gefunden haben sollten, aber dagegen läßt sich sagen, daß schon eine sehr einfache Reflexion die Verschiedenartigkeit der menschlichen intellektuellen Tätrigkeit hat zum Ausdruck bringen müssen. Was wir heutzutage nur in einer abstrakten Denkformel ausdrücken können, verkörpert der aarchaische Mensch in einem Mythus. Hier zeigt eben der griechische Mythus die Gleichartigkeit der Betrachtung; im Gegensatz zu dem göttlichen nous ist, wie Kerényi bemerkt hat², der titanische Geist des Prometheus unruhig, erfinderisch, aber auch trügerisch. Damit wäre auch Loki vorzüglich charakterisiert. "


    (Jan de Vries, Altgermanische Religionsgeschichte II, 2. Auflage, Berlin 1957, S. 266 - 267).


    Weshalb ist die Konnotation der Gestalt Lokis für das Heidentum der Gegenwart so wichtig? Das wird klar, wenn man die Eschatologien vergleicht: Nach der Völuspa beziehungsweise Ragnarök geht die Welt im Krieg der Riesen gegen die Götter in einem gewaltigen Feuerbrand unter. Nach der historischen Vorläuferin der Ragnarök, der Muspilli, kann sich "niemand vor dem Muspele retten". In der Ragnarök ziehen "muspelz synir"( Muspels Söhne), an anderer Stelle der Snorra Edda "muspelz lydir" (Muspels Leute) gegen die Götter in den Krieg. Loki führt das Herr der Feinde der Götter an. Die Gesalt Lokis ist in der nordischen Mythologe nahezu einseitig als Täuscher und Feind der Asen konnotiert und wird auch bis zum Weltuntergang in der Ragnarök durchgehalten.


    Die Feindschaft zwischen Prometheus und Zeus beginnt zunächst genau so. Prometheus stiehlt das Feuer vom Himmel und gibt es den Menschen. Bei einem weiteren Treffen täuscht er Zeus. Schließlich wurde er zur Strafe an einen Felsen im Kaukasus gefesselt. Ein Adler fraß täglich an seiner Leber, die immer wieder nachwuchs. Schließlich jedoch wurde er von Herakles, dem Sohn des Zeus, befreit. Am Ende sind Zeus und Prometheus im Himmel versöhnt. Hier nun unterscheidet sich der griechische Mythos ganz wesentlich vom altgermanischen, die griechische Mythologie gelangt zur Aufhebung und Versöhnung der Gegensätze, die germanische bleibt bei unerbittlicher Feindschaft und gegenseitiger Vernichtung.


    Von seinem ursprünglichen Plan, die Welt zu vernichten, nahm Zeus Abstand. Also kein Weltende durch Feuer, der Weltuntergang ist abgesagt. Griechen und Germanen, praktisch gleicher Beginn, aber vollkommen anderes Ende. Könnte es denn sein, daß die Skiren und Bastarnen im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung nur einen Teil der Erzählung gehört und die 'Geschichte über den Feuertitanen' unvollständig kopiert haben?