Beiträge von Haganrix

Schon gewusst…?

Mjölnir (isländisch; aus altnordisch Mjǫllnir, Bedeutung umstritten, womöglich „Malmer“, „Blitz“ oder „glänzende Blitzwaffe“) heißt in der germanischen Mythologie ein Kriegshammer, die magische Waffe des Gottes Thor, mit der dieser die Feinde der Götter, vor allem die Thursen (Riesen) und die Midgardschlange, bekämpfte.

    Natürlich gehören Staat und Kirche getrennt, allerdings sehe ich bei uns keine Chance das es passiert. Denn solange auf beiden Seiten Wirtschaftsinteressen der Hauptgrund für ihr Streben ist, brauchen die das doch nicht entflechten. DIE leben doch ganz gut damit.


    Hallo Odilo,


    genau das ist ökonomisch-politisch das Problem. Deswegen ist ohne eine Revolution keinerlei Änderung zu erwarten. Daß die Säkularisierung mit der französischen Revolution einher ging, war kein Zufall. Aber so lange die herrschenden gesellschaftlichen Eliten fest im Sattel sitzen, - und da sehe ich noch keine Erosion -, wird sich auch nichts ändern.


    Gruß, Haganrix



    P. S. Allerdings ist die Erstarkung des Heidentums in der Gegenwart eine Reaktion auf die Zerstörung sozialer Bindungen und die Entstehung der "Risikogesellschaft" (Literatur: Kristin Futterlieb, Neopaganismus online, Diss. Göttingen 2008).

    Götter und Wesenheiten sehe ich als Personifizierung von Energiequalitäten bestimmter Entitäten oder Schaffensbereiche, z. B. der Bäume, der Jagd, usw.. Sie vereinfachen den Umgang mit ihnen und sind somit sehr real.



    In der postindustriellen Gesellschaft gehen nur noch diejenigen auf die Jagd, die viel Kohle haben und das anderen unbedingt zeigen wollen.
    Götter als Personifizierungen? Also nicht als zwar personale aber dennoch geistige Mächte? Es behauptet ja niemand, daß Odin ein Mann mit einem roten Bart ist, der ein achtbeiniges Pferd reitet. Aber wenn man die Götter nur noch als Symbole bewertet wie den Berliner Bär für Berlin oder die Marie für Frankreich, wozu brauchen wir dann eine Religion? Dann könnten wir doch alle geschossen bei den Freigeistern (Atheisten) eintreten.



    Gruß, Haganrix

    Götter und Wesenheiten sehe ich als Personifizierung von Energiequalitäten bestimmter Entitäten oder Schaffensbereiche, z. B. der Bäume, der Jagd, usw.. Sie vereinfachen den Umgang mit ihnen und sind somit sehr real.



    In der postindustriellen Gesellschaft gehen nur noch diejenigen auf die Jagd, die viel Kohle haben und das anderen unbedingt zeigen wollen.
    Götter als Personifizierungen? Also nicht als zwar personale aber dennoch geistige Mächte? Es behauptet ja niemand, daß Odin ein Mann mit einem roten Bart ist, der ein achtbeiniges Pferd reitet. Aber wenn man die Götter nur noch als Symbole bewertet wie den Berliner Bär für Berlin oder die Marie für Frankreich, wozu brauchen wir dann eine Religion? Dann könnten wir doch alle geschossen bei den Freigeistern (Atheisten) eintreten.



    Gruß, Haganrix

    Abgesehen davon trägt die Kirche ja kaum noch allein ihre Institution vom Kindergarten bis zum Hospiz. In den meisten fällen steht dort 100% Kirche drauf und wird mit weit über 80 Prozent von Staat finanziert während die Kirchen meist weit unter 20 Prozent der Kosten selbst aufbringen müssen.


    Na ja, bei den konfessionellen Krankenhäusern kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, daß die staatlichen Zuschüsse den überwiegenden Teil der Kosten decken. Andererseits ist die karitative Selbstdarstellung der Kirchen mit den konfessionellen Krankenhäusern aber wohl auch nicht ehrlich, wenn die ihre Gebühren nach den ganz normalen Sätzen abrechnen, so wie die staatlichen, kommunalen und freien Krankenhäuser auch. Dann gibt es eigentlich keine Rechtfertigung für sie.


    Das mit der Trennung von Staat und Kirche ist nicht so einfach, wie Ihr es Euch vorstellt. Artikel 140 Grundgesetz hat ein paar Artikel aus der Weimarer Reichsverfassung von 1919 inkorporiert. Danach sind die großen christlichen Kirchen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Andere Religionsgesellschaften können das werden, und es sind - mit Verlaub - alle ganz geil darauf. Denn damit erlangen sie die sogenannte Dienstherrnfähigkeit. Was das bedeuten kann, haben Klaus Küng und Jutta Ranke-Heinemann ebenso zu spüren bekommen wie Gert Lüdemann. Ihre Professorentitel durften alle drei behalten, nur Prüfungen abnehmen dürfen sie ebenso wenig wie Prüfungsfächer unterrichten. Und das hat seine Grundlage in der Verfassung, toll! Eugen Drewermann darf kein Pfarrer mehr sein. Wer aus der Kirche austritt, darf von einem konfessionellen Kindergarten, Krankenhaus etc. entlassen werden, ja sogar schon, wenn man nur ohne Trauschein zusammen lebt, super! Und das alles geschieht nach Recht und Gesetz, das ist ja das Ungeheuerliche. Die Leute verlieren ihren Arbeitsplatz und ihre soziale Existenz, und alles geschieht nach Recht und Gesetz. So ein wundervoller Staat ist das hier!


    In Europa gibt es zwei Staaten, welche die Trennung von Staat und Kirche konsequent vollzogen haben, Frankreich und Portugal. Alle anderen bevorzugen das Zwielicht. Rechtlich ist das zumeist in staatskirchenrechtlichen Verträgen fixiert. Ohne Verfassungsänderung kommt man da in Deutschland nicht ran. Aber von der Zweidrittelmehrheit sind wir ja nicht mehr weit entfernt.


    Daß der europäische Gerichtshof dem abhelfen wird, wage ich zu bezweifeln.



    Gruß, Haganrix

    Abgesehen davon trägt die Kirche ja kaum noch allein ihre Institution vom Kindergarten bis zum Hospiz. In den meisten fällen steht dort 100% Kirche drauf und wird mit weit über 80 Prozent von Staat finanziert während die Kirchen meist weit unter 20 Prozent der Kosten selbst aufbringen müssen.


    Na ja, bei den konfessionellen Krankenhäusern kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, daß die staatlichen Zuschüsse den überwiegenden Teil der Kosten decken. Andererseits ist die karitative Selbstdarstellung der Kirchen mit den konfessionellen Krankenhäusern aber wohl auch nicht ehrlich, wenn die ihre Gebühren nach den ganz normalen Sätzen abrechnen, so wie die staatlichen, kommunalen und freien Krankenhäuser auch. Dann gibt es eigentlich keine Rechtfertigung für sie.


    Das mit der Trennung von Staat und Kirche ist nicht so einfach, wie Ihr es Euch vorstellt. Artikel 140 Grundgesetz hat ein paar Artikel aus der Weimarer Reichsverfassung von 1919 inkorporiert. Danach sind die großen christlichen Kirchen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Andere Religionsgesellschaften können das werden, und es sind - mit Verlaub - alle ganz geil darauf. Denn damit erlangen sie die sogenannte Dienstherrnfähigkeit. Was das bedeuten kann, haben Klaus Küng und Jutta Ranke-Heinemann ebenso zu spüren bekommen wie Gert Lüdemann. Ihre Professorentitel durften alle drei behalten, nur Prüfungen abnehmen dürfen sie ebenso wenig wie Prüfungsfächer unterrichten. Und das hat seine Grundlage in der Verfassung, toll! Eugen Drewermann darf kein Pfarrer mehr sein. Wer aus der Kirche austritt, darf von einem konfessionellen Kindergarten, Krankenhaus etc. entlassen werden, ja sogar schon, wenn man nur ohne Trauschein zusammen lebt, super! Und das alles geschieht nach Recht und Gesetz, das ist ja das Ungeheuerliche. Die Leute verlieren ihren Arbeitsplatz und ihre soziale Existenz, und alles geschieht nach Recht und Gesetz. So ein wundervoller Staat ist das hier!


    In Europa gibt es zwei Staaten, welche die Trennung von Staat und Kirche konsequent vollzogen haben, Frankreich und Portugal. Alle anderen bevorzugen das Zwielicht. Rechtlich ist das zumeist in staatskirchenrechtlichen Verträgen fixiert. Ohne Verfassungsänderung kommt man da in Deutschland nicht ran. Aber von der Zweidrittelmehrheit sind wir ja nicht mehr weit entfernt.


    Daß der europäische Gerichtshof dem abhelfen wird, wage ich zu bezweifeln.



    Gruß, Haganrix

    Also, ich lese im Moment gerade Kristins Futterliebs philosophische Dissertation zu dem Thema "Neopaganismus online", welche 2009 erschienen ist. Zahlreiche Begriffe, mit denen in der Heidenszene so unreflektiert "herumgewirbelt" wird, wie etwa "Spiritualität" oder "Open Source Spiritulität" und noch viele viele andere werden dort erklärt. Überhaupt erfahren wir dort eine ganze Menge über uns. AgarwaenCran hat das Buch übrigens im Internet gefunden, und dabei hat er es einfach nur bei "google" eingegeben.
    Aber was lest Ihr denn jetzt gerade?



    Haganrix

    Also, ich lese im Moment gerade Kristins Futterliebs philosophische Dissertation zu dem Thema "Neopaganismus online", welche 2009 erschienen ist. Zahlreiche Begriffe, mit denen in der Heidenszene so unreflektiert "herumgewirbelt" wird, wie etwa "Spiritualität" oder "Open Source Spiritulität" und noch viele viele andere werden dort erklärt. Überhaupt erfahren wir dort eine ganze Menge über uns. AgarwaenCran hat das Buch übrigens im Internet gefunden, und dabei hat er es einfach nur bei "google" eingegeben.
    Aber was lest Ihr denn jetzt gerade?



    Haganrix

    g

    Hallo Skald,


    ich habe den Film "Agora -Die Säulen des Himmels" mit Raquel Weisz als Hypathia im April zweimal gesehen.


    Haganrix



    Leider kann ich Euch nicht sagen, ab wann dieser Film in den Videotheken zu haben ist, Verkaufsangebote im Internet gibt es aber sehr wohl!


    Ein weiterer heidnischer Film, "Die Nebel von Avalon", stellt wesentliche Fragen der Religionskritik aus keltischer Sicht dar. Ich habe mir schon ordentlich Kritik eingehandelt, weil Roman und Film nicht authentisch seien und auf Fiktionen beruhten. Immerhin geht aber die überwiegende Ansicht durchaus davon aus, daß Glastonbury in Südwestengland mit seinem nahe gelegenen See der Ort des historischen Avalon ist. Der Film über Hypathia ist dem gegenüber authentisch.
    "Die Nebel von Avalon" müßte es längst in jeder halbwegs gut ausgestatteten Videothek geben. Das Heidentum hat also auch schon Einzug in die Filmkultur gehalten.


    Haganrix

    g

    Hallo Skald,


    ich habe den Film "Agora -Die Säulen des Himmels" mit Raquel Weisz als Hypathia im April zweimal gesehen.


    Haganrix



    Leider kann ich Euch nicht sagen, ab wann dieser Film in den Videotheken zu haben ist, Verkaufsangebote im Internet gibt es aber sehr wohl!


    Ein weiterer heidnischer Film, "Die Nebel von Avalon", stellt wesentliche Fragen der Religionskritik aus keltischer Sicht dar. Ich habe mir schon ordentlich Kritik eingehandelt, weil Roman und Film nicht authentisch seien und auf Fiktionen beruhten. Immerhin geht aber die überwiegende Ansicht durchaus davon aus, daß Glastonbury in Südwestengland mit seinem nahe gelegenen See der Ort des historischen Avalon ist. Der Film über Hypathia ist dem gegenüber authentisch.
    "Die Nebel von Avalon" müßte es längst in jeder halbwegs gut ausgestatteten Videothek geben. Das Heidentum hat also auch schon Einzug in die Filmkultur gehalten.


    Haganrix

    Es heisst das sehr häufig und für geringfügige Anlässe sich Wikinger gegenseitig zum Zweikampf herausgefordert und die Köpfe eingeschlagen haben,
    bis - ja bis sie um das Jahr 1000 herum zu Christen wurden.
    Von da ab ging's besser miteinander (allerdings auch bergab mit den Wikingern).


    Stimmt das so ?


    Hallo Maja,


    das Jahr 1000 der christlichen Zeitrechnung war wieder so eine runde Zahl für den kurz bevorstehenden Weltuntergang. In der Tat konnten mit dem Weltuntergang Leute bekehrt werden. Im Island war das im Jahre 999 bzw. 1000 allerdings durch Geiselnahmen geschehen.


    Der Weltuntergang war schon in den ersten christlichen Gemeinden ein ständiges Thema. Als er dann doch nicht kam, wurde zwar der Zeithorizont verschoben, aber das Thema des "jüngsten Tages" blieb; es war ja auch allerbestens geeignet. Die ständige Endzeiterwartung bestimmte auch nachhaltig die religiöse Dogmatik seit den Anfängen des Christentums (Literatur: Gert Lüdemann, Der große Betrug - und was Jesus wirklich sagte und tat, Lüneburg 1998, erschienen im Verlag zu Klampen).


    Ich habe mich an anderer Stelle mit der Endzeitproblematik, nämlich in dem Thread über die Ragnarök, dessen letzte Beiträge zur Muspilli hier allerdings nicht übernommen worden sind, beschäftigt. Ich denke, wenn man die ganze Endzeitdiskussion und das "Geschäft mit der Angst" nicht kennt, versteht man vieles nicht.


    Gruß


    Haganrix

    Es heisst das sehr häufig und für geringfügige Anlässe sich Wikinger gegenseitig zum Zweikampf herausgefordert und die Köpfe eingeschlagen haben,
    bis - ja bis sie um das Jahr 1000 herum zu Christen wurden.
    Von da ab ging's besser miteinander (allerdings auch bergab mit den Wikingern).


    Stimmt das so ?


    Hallo Maja,


    das Jahr 1000 der christlichen Zeitrechnung war wieder so eine runde Zahl für den kurz bevorstehenden Weltuntergang. In der Tat konnten mit dem Weltuntergang Leute bekehrt werden. Im Island war das im Jahre 999 bzw. 1000 allerdings durch Geiselnahmen geschehen.


    Der Weltuntergang war schon in den ersten christlichen Gemeinden ein ständiges Thema. Als er dann doch nicht kam, wurde zwar der Zeithorizont verschoben, aber das Thema des "jüngsten Tages" blieb; es war ja auch allerbestens geeignet. Die ständige Endzeiterwartung bestimmte auch nachhaltig die religiöse Dogmatik seit den Anfängen des Christentums (Literatur: Gert Lüdemann, Der große Betrug - und was Jesus wirklich sagte und tat, Lüneburg 1998, erschienen im Verlag zu Klampen).


    Ich habe mich an anderer Stelle mit der Endzeitproblematik, nämlich in dem Thread über die Ragnarök, dessen letzte Beiträge zur Muspilli hier allerdings nicht übernommen worden sind, beschäftigt. Ich denke, wenn man die ganze Endzeitdiskussion und das "Geschäft mit der Angst" nicht kennt, versteht man vieles nicht.


    Gruß


    Haganrix

    Ich empfehle den Film "Agora" von 2009. Er behandelt die Heidenverfolgung und die Machtergreifung Kyrills in Alexandria und auch den Tod von Hypatia. Ein sehr guter Film:


    Hallo Skald,


    ich habe den Film "Agora -Die Säulen des Himmels" mit Raquel Weisz als Hypathia im April zweimal gesehen. Außerdem habe ich einige Kritiken gelesen, sowohl von Fachleuten als auch von Laien. Die Kritiken der Fachleute waren natürlich klar von ihrem jeweiligen religiösen Standpunkt geprägt. Die Christen wollten nicht als schwarzgekleidete Fundamentalisten (Mönchorden der Parabolani) dargestellt werden, die eine Philosophin brutal ermordeten. Das ist aber die historische Wahrheit. Wie ich erfuhr, soll sich sogar der Vatikan posthum dafür entschuldigt haben. Das grauenhafte Ende Hypathias konnte ich nicht ertragen. Ich bin beide Male vorher rausgegangen.
    Bei den Laien-Kritikern gab es viele "normale" Konsumenten, denen etliche Szenen zu lang waren. Der chilenische Regisseur Alejandro Amenabar hatte nämlich - bis auf die Schlußzene - die Gewaltdarstellungen (die es bei den Religionskämpfen sehr wohl gegeben hatte) auf ein historisch notwendiges Mindestmaß reduziert und das wissenschaftliche Wirken und die Humanität Hypathias in den Vordergrund gestellt.
    Im Kern ging es dabei um den Beweis des heliozentrischen Weltbildes. Davor hatte lediglich Aristarchos von Samos in Ägypten Schattenabstandsmessungen vorgenommen (sowohl beim nördlichen Wendekreis als auch bei Alexandria) und anhand der unterschiedlichen Länge der Winkel nachgewiesen, daß die Erde eine Kugel ist. Das wollte ihm nur niemand glauben. Immerhin aber wurde er von den Heiden dafür nicht verfolgt. Man sagte einfach nur, an seiner Theorie sei nichts dran. Ganz vorherrschend war nämlich das ptolemäische Weltbild mit der Erde als Scheibe.
    Hypathia griff nun die damals schon alte Theorie des Aristarchos von Samos auf und führte verschiedene Experimente durch, die Almenabar in den Film-Szenen ausführlicher darstellt, als es den "action"-süchtigen Konsumidioten recht sein konnte. Deshalb wurde der Film von den lebenden Toten auch als "langweilig" bewertet. Es gab aber auch unter den Laien-Kritikern und -Bewertern Leute, welche die Bedeutung der Experimente Hypathias und ihr Ethos historisch einzuordnen wußten. Und so konnte man völlig gegensätzliche Beurteilungen lesen.


    Für die radikalen Christen um den alexandrinischen Bischof Kyrill war Hypathia untragbar. Erstens war sie eine Frau, und zwar die erste historisch nachweisbare Wissenschaftlerin der Geschichte. Sie hatte eine Bilderbuchkarriere gemacht. Ihr Vater Theon, Leiter der Akademie von Alexandria, brach mit der Tradition und schickte seine Tochter zu Studium nach Athen an der Akademie Platons. Hier errang sie für ihre wissenschaftlichen Leistungen den Lorbeer, die damals höchste Auszeichnung. Nach Alexandria zurückgehrt, war sie bereits mit 31 Jahren Leiterin der Akademie.
    Kyrill untragbar war sie aber auch wegen ihres politischen Einflußes. Obwohl sie der Stadtreglierung von Alexandria formell nicht angehörte, holten sich Leute von Rang und Namen bei ihr Rat, vor allem einflußreiche ehemalige Schüler, selbst wenn sie Christen waren oder konvertiert waren. Die Vorstellung, daß eine Frau politisch, wissenschaftlich und kulturell das gesellschftliche Leben mitbestimmte, war für Kyrill und seine schwarzgekleideten Parabolani-Mönche ein Grund für ständige Hetz-Attacken. Hypathia, eine Frau die nur die exakte Wissenschaft gelten ließ, wurde der Hexerei bezichtigt.


    Kurz vor ihrem gewaltsamen Tod wies sie dann anhand geometischer Figuren, insbesondere anhand der elliptischen Berechnung der Umlaufbahn, nach, daß die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, wie es damals der nahezu allgemeinen Ansicht entsprach. Lange Zeit hatte ich nicht verstanden, warum diese Entdeckung für die Christen nicht tragbar war. Dann erfuhr ich, daß Osiris mit Helios-Apollon, Mithras und Sol Invictus gleichgesetzt wurde. Jetzt war mir alles klar, der Planet des Osiris ist die Sonne. Unser Planet durfte sich also nicht um den Planeten des Osiris, - den die Christen mit der Verwüstung des Serapeums gestürzt hatten -, drehen. Selbst Galilei widerrief erst auf dem Sterbebett: "Und sie dreht sich doch!"
    Historisch wird die sogenannte Neuzeit teils mit der Reformation Luthers, teils mit der Hinwendung zum heliozentrischen Weltbild in Verbindung gebracht. Eine Minderheit setzt bei der französischen Revolution an. Hypathias wissenschaftliche und ethische Ansichten werden überwiegend als der Zeit weit voraus angesehen. Es gibt Frauenrechtsorganisationen, die sich ausdrücklich auf die Philosophin berufen.



    Haganrix

    Ich empfehle den Film "Agora" von 2009. Er behandelt die Heidenverfolgung und die Machtergreifung Kyrills in Alexandria und auch den Tod von Hypatia. Ein sehr guter Film:


    Hallo Skald,


    ich habe den Film "Agora -Die Säulen des Himmels" mit Raquel Weisz als Hypathia im April zweimal gesehen. Außerdem habe ich einige Kritiken gelesen, sowohl von Fachleuten als auch von Laien. Die Kritiken der Fachleute waren natürlich klar von ihrem jeweiligen religiösen Standpunkt geprägt. Die Christen wollten nicht als schwarzgekleidete Fundamentalisten (Mönchorden der Parabolani) dargestellt werden, die eine Philosophin brutal ermordeten. Das ist aber die historische Wahrheit. Wie ich erfuhr, soll sich sogar der Vatikan posthum dafür entschuldigt haben. Das grauenhafte Ende Hypathias konnte ich nicht ertragen. Ich bin beide Male vorher rausgegangen.
    Bei den Laien-Kritikern gab es viele "normale" Konsumenten, denen etliche Szenen zu lang waren. Der chilenische Regisseur Alejandro Amenabar hatte nämlich - bis auf die Schlußzene - die Gewaltdarstellungen (die es bei den Religionskämpfen sehr wohl gegeben hatte) auf ein historisch notwendiges Mindestmaß reduziert und das wissenschaftliche Wirken und die Humanität Hypathias in den Vordergrund gestellt.
    Im Kern ging es dabei um den Beweis des heliozentrischen Weltbildes. Davor hatte lediglich Aristarchos von Samos in Ägypten Schattenabstandsmessungen vorgenommen (sowohl beim nördlichen Wendekreis als auch bei Alexandria) und anhand der unterschiedlichen Länge der Winkel nachgewiesen, daß die Erde eine Kugel ist. Das wollte ihm nur niemand glauben. Immerhin aber wurde er von den Heiden dafür nicht verfolgt. Man sagte einfach nur, an seiner Theorie sei nichts dran. Ganz vorherrschend war nämlich das ptolemäische Weltbild mit der Erde als Scheibe.
    Hypathia griff nun die damals schon alte Theorie des Aristarchos von Samos auf und führte verschiedene Experimente durch, die Almenabar in den Film-Szenen ausführlicher darstellt, als es den "action"-süchtigen Konsumidioten recht sein konnte. Deshalb wurde der Film von den lebenden Toten auch als "langweilig" bewertet. Es gab aber auch unter den Laien-Kritikern und -Bewertern Leute, welche die Bedeutung der Experimente Hypathias und ihr Ethos historisch einzuordnen wußten. Und so konnte man völlig gegensätzliche Beurteilungen lesen.


    Für die radikalen Christen um den alexandrinischen Bischof Kyrill war Hypathia untragbar. Erstens war sie eine Frau, und zwar die erste historisch nachweisbare Wissenschaftlerin der Geschichte. Sie hatte eine Bilderbuchkarriere gemacht. Ihr Vater Theon, Leiter der Akademie von Alexandria, brach mit der Tradition und schickte seine Tochter zu Studium nach Athen an der Akademie Platons. Hier errang sie für ihre wissenschaftlichen Leistungen den Lorbeer, die damals höchste Auszeichnung. Nach Alexandria zurückgehrt, war sie bereits mit 31 Jahren Leiterin der Akademie.
    Kyrill untragbar war sie aber auch wegen ihres politischen Einflußes. Obwohl sie der Stadtreglierung von Alexandria formell nicht angehörte, holten sich Leute von Rang und Namen bei ihr Rat, vor allem einflußreiche ehemalige Schüler, selbst wenn sie Christen waren oder konvertiert waren. Die Vorstellung, daß eine Frau politisch, wissenschaftlich und kulturell das gesellschftliche Leben mitbestimmte, war für Kyrill und seine schwarzgekleideten Parabolani-Mönche ein Grund für ständige Hetz-Attacken. Hypathia, eine Frau die nur die exakte Wissenschaft gelten ließ, wurde der Hexerei bezichtigt.


    Kurz vor ihrem gewaltsamen Tod wies sie dann anhand geometischer Figuren, insbesondere anhand der elliptischen Berechnung der Umlaufbahn, nach, daß die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, wie es damals der nahezu allgemeinen Ansicht entsprach. Lange Zeit hatte ich nicht verstanden, warum diese Entdeckung für die Christen nicht tragbar war. Dann erfuhr ich, daß Osiris mit Helios-Apollon, Mithras und Sol Invictus gleichgesetzt wurde. Jetzt war mir alles klar, der Planet des Osiris ist die Sonne. Unser Planet durfte sich also nicht um den Planeten des Osiris, - den die Christen mit der Verwüstung des Serapeums gestürzt hatten -, drehen. Selbst Galilei widerrief erst auf dem Sterbebett: "Und sie dreht sich doch!"
    Historisch wird die sogenannte Neuzeit teils mit der Reformation Luthers, teils mit der Hinwendung zum heliozentrischen Weltbild in Verbindung gebracht. Eine Minderheit setzt bei der französischen Revolution an. Hypathias wissenschaftliche und ethische Ansichten werden überwiegend als der Zeit weit voraus angesehen. Es gibt Frauenrechtsorganisationen, die sich ausdrücklich auf die Philosophin berufen.



    Haganrix

    Haganrix ist gut jetzt, das was du zitierst war auf die Dokus gemünzt , ich hoffe du hast sie am anfang gesehen.
    Bitte versuche das erst ein mal zu sichten bevor du was zitierst.


    ich finde gut das du nicht locker lässt aber ohne zu stänkern, ich denke dann kannst du bestimmt eine auskunft bekommen.
    am besten per pn.




    Fakt ist doch aber wohl, daß Ihr hier öffentlich darüber diskutiert, oder ist das vielleicht ein interner Bereich? Und überhaupt, was hat das mit "stänkern" zu tun?



    Haganrix

    Haganrix ist gut jetzt, das was du zitierst war auf die Dokus gemünzt , ich hoffe du hast sie am anfang gesehen.
    Bitte versuche das erst ein mal zu sichten bevor du was zitierst.


    ich finde gut das du nicht locker lässt aber ohne zu stänkern, ich denke dann kannst du bestimmt eine auskunft bekommen.
    am besten per pn.




    Fakt ist doch aber wohl, daß Ihr hier öffentlich darüber diskutiert, oder ist das vielleicht ein interner Bereich? Und überhaupt, was hat das mit "stänkern" zu tun?



    Haganrix

    diese Heidnische gemeinschaft


    Finde diese Heidnische gemeinschaft allerdings gleich Verklemmt wie das christentum, zumindestens kommt es so rüber, Vergoldeten mundrand beim horn, der jenige was beim Sumbel den anfang macht ist fast ähnlich gekleidet von stil wie ein pfarrer und der eine typ was beim teil 2 ein kommentar abgibt mit seine schmalzlocken und kaugimmu in mund und " ach ich bin der checker" weis ich auch nicht was ich von dem halten soll lol

    Ich hoffe, daß es nicht zu Verwechslungen mit der "Heidnische(n) Gemeinschaft e. V". kommt. Die hat mit dem, was Ihr hier erzählt, nämlich überhaupt nichts zu tun. Die "Heidnische Gemeinschaft e.V." sitzt zwar auch in Berlin, steht jedoch voll auf dem Boden der Verfassung und kann nichts dafür, daß andere sich ähnlich nennen.


    Haganrix

    diese Heidnische gemeinschaft


    Finde diese Heidnische gemeinschaft allerdings gleich Verklemmt wie das christentum, zumindestens kommt es so rüber, Vergoldeten mundrand beim horn, der jenige was beim Sumbel den anfang macht ist fast ähnlich gekleidet von stil wie ein pfarrer und der eine typ was beim teil 2 ein kommentar abgibt mit seine schmalzlocken und kaugimmu in mund und " ach ich bin der checker" weis ich auch nicht was ich von dem halten soll lol

    Ich hoffe, daß es nicht zu Verwechslungen mit der "Heidnische(n) Gemeinschaft e. V". kommt. Die hat mit dem, was Ihr hier erzählt, nämlich überhaupt nichts zu tun. Die "Heidnische Gemeinschaft e.V." sitzt zwar auch in Berlin, steht jedoch voll auf dem Boden der Verfassung und kann nichts dafür, daß andere sich ähnlich nennen.


    Haganrix